TAUFE - TÜRÖFFNER IN DEN HIMMEL?

 

 

 

 

 

 

Herzlich danken möchte ich allen, die bei der Entstehung dieses kleinen Büchleins mitgewirkt haben. Korrekturen, Anregungen, Änderungen und Ergänzungen waren mir eine wertvolle Hilfe. Ein aufrichtiger Dank gilt deshalb u.a.:

 

 

 

 

* meiner Frau Martina

*Sabine Vetter

*Hubert Hafner

*Thomas Leitenberger

*Timo Bäcker

*Rudolf Ebertshäuser

 

Inhaltsverzeichnis:

 

Vorbemerkung

 

I. Auf das Fundament gegründet

II. Taufe ist nicht gleich Taufe

III. Die Grundlagen der Taufe

IV. Die Taufe in der Urgemeinde

V. So klar und einfach ist die Taufe?

VI. Die Taufe, ein Sakrament?

VII. Die Lehre der Großkirchen

VIII. Widerspruch

IX. Ein denkwürdiger Abend

X. Die Konfirmation

 

Vorbemerkung

 

Ob es wohl irgendein biblisches Thema gibt, über das in den letzten 2000 Jahren nicht geschrieben wurde? Ich denke nein.

 

Ganz sicher wurde über das Thema Taufe nicht nur zigfach geschrieben, gestritten und hitzig debattiert, sondern in schrecklicher Weise auf Grund der Tauffrage ist Blut geflossen. Wegen dieser Frage wurde gemeuchelt und gemordet.

 

Und heute? Über keine Lehrfrage ist sich die Christenheit so uneins wie über die Frage der Taufe. Der Scheiterhaufen, als eines der Mordinstrumente des Mittelalters ist heute Vergangenheit, aber ist er in unserer modernen und zivilisierten Welt nicht nur abgelöst worden durch den Rufmord?

 

Muss man es sich antun, über so ein brisantes Thema zu schreiben? Neu zu schreiben, trotz zahlreicher Abhandlungen? Ich denke ja.

 

Wenn es Ihnen wichtig ist, zu erfahren, was die 1)Bibel über dieses zweifellos wichtige Thema zu sagen hat, dann 2)lesen Sie einfach aufmerksam weiter. Denken Sie über das Gelesene nach. Nehmen Sie Ihre Bibel zur Hand und schlagen Sie die von mir erwähnten Zitate nach. Prüfen Sie bitte unvoreingenommen, ob es sich so verhält, wie ich es beschreibe.

 

1)Bibel – fast alle Kommentare und Einblendungen, die Sie in diesem Büchlein finden, sind der Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter entnommen.

 2)lesen - Es ist gut, wenn Sie alles lesen und nachprüfen. Ich habe möglichst viele Schriftstellen im Text aufgeführt/zitiert/eingeblendet.

 

I. Auf das Fundament gegründet

 

Die Heilige Schrift, das Wort Gottes, ist das Fundament des christlichen Glaubens. Wenn wir also eine Lehrthese, gleichgültig über welches Thema aufstellen, dann müssen wir uns an dem orientieren was in der Bibel geschrieben ist.

 

Wenn in diesem Büchlein über die Lehre der Taufe geschrieben wird, dann kann nur die Heilige Schrift uns Aufschluss darüber geben, wie es sich mit der Taufe verhält. Wir müssen uns lösen von vorgefassten Meinungen oder von kirchlichen Traditionen und wir müssen bereit sein, unsere eigene Meinung zu hinterfragen. Wenn Sie dazu bereit sind, die Taufe zu verstehen, dann werden Sie dieses Büchlein mit großem Gewinn lesen und zu einem Verständnis gelangen, das auf dem soliden Fundament der Schrift steht.

 

Fundament und Fundamentalismus

 

Fundamentalismus! Ein inzwischen geläufiger Begriff, der eigentlich durchaus positiv und richtig ist, wird heute durch die Geschehnisse im Nahen Osten in ein anderes und schreckliches Licht gerückt. Bei Fundamentalismus denkt man unwillkürlich an islamische Fanatiker, an Terror, Bomben und Tote.

 

Das ist ausgesprochen bedauerlich, denn ein Fundamentalist im christlichen Sinne ist ein Mensch, dessen Glaubensgrundlage die Heilige Schrift ist und dort steht:

 

Lk 10,27 Er antwortete und sprach: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen und mit deinem ganzen Gemüte, und deinen Nächsten wie dich selbst!»

 

Ist ein Mensch bereit, seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst, dann versteht es sich von selbst, dass er ihn achtet und schätzt und bereit ist ihm Gutes zu tun. Ein Christ trachtet niemand nach Leib und Leben.

 

Es ist nicht nachvollziehbar, wie es in der heutigen Zeit dazu kommen konnte, islamische Fanatiker und Christen, die an das Fundament der Heiligen Schrift glauben, gleichzusetzen. Das geht inzwischen so weit, dass Christen, die z.B. die Schöpfungslehre der Bibel für Wahrheit halten und die deshalb auch als Kreationisten bezeichnet werden, diffamiert und als Fundamentalisten im negativen Sinn abgestempelt werden.

 

Das unumstößliche Fundament des christlichen Glaubens ist und bleibt die Heilige Schrift. Dieses Fundament darf unter keinen Umständen verlassen werden. Wird es verlassen, kommt man schnell auf schlüpfrigen Boden. Die Aussagen der Heiligen Schrift waren mir deshalb bei meiner Suche nach der Tauflehre die alleinige Richtschnur und der alleinige Wegweiser.

 

 Die Heilige Schrift ist in sich schlüssig. Jede Lehre, die im ersten Moment unklar oder verwirrend erscheint, erklärt sich durch andere Schriftstellen. Das verstehe ich auch persönlich unter dem Aspekt Gesamtzusammenhang. So ist das auch bei der Tauflehre. Jede Behauptung muss deshalb biblisch begründbar sein. Jegliche Spekulationen sind fehl am Platz und alles, was über die Heilige Schrift hinausgeht, ist zu verwerfen.

 

Offb 22,18  Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, von denen in diesem Buche geschrieben ist;

 

Gal 1,8  Aber wenn auch wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium   predigen würde außer dem, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht!

 

Ich bin mir darüber im klaren, dass ich in der Regel auf Gegenwehr stoße, wenn ich mich in geistlichen Dingen nicht an der Meinung der Mehrheit orientiere, oder mich nicht an traditionelle Denkmuster halte. Meine Mitmenschen werfen dann ganz schnell mit Begriffen wie Sektierer oder anderen unangenehmen Worten um sich.

 

Leider stelle ich fest, wenn ich die Leute frage, woher das Wort Sekte kommt und was es eigentlich bedeutet, dass sie nicht einmal den Begriff, geschweige denn seinen Inhalt erläutern können. Die meisten Menschen wissen lediglich, dass das Wort negativ besetzt ist. Deshalb ist das Wort Sekte zu einem abwertenden Begriff, zu einem Schimpfwort geworden. Die ersten Christen wurden als die Sekte des Nazareners bezeichnet. So gesehen befinde ich mich in guter Gesellschaft.

 

Selbstverständlich möchte ich nicht in Abrede stellen, dass es zahlreiche sektiererische Lehren gibt und diese durchaus auch eine Gefahr für unsere Gesellschaft darstellen können. Wenn Druck auf Menschen ausgeübt wird und darüber hinaus auch noch wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen, halte ich das für höchst bedenklich.

 

Über ungerechtfertigten Anfeindungen müssen wir stehen, wenn wir uns selbst überprüft haben und überzeugt sind, dass wir uns nichts vorzuwerfen haben. Grundlose Anfeindungen gab es bereits zu biblischen Zeiten und Jesus sagt uns das voraus:

 

2.Tim 3,12 Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden.

 

Jes 66,5 Höret das Wort des HERRN, ihr, die ihr vor seinem Wort erzittert: Es höhnen eure Brüder, die  euch hassen und euch verstoßen um meines Namens willen.

 

Lk 21,17 und ihr werdet von allen gehasst sein um meines Namens willen.

 

Apg 5,41 Sie aber gingen fröhlich vom Hohen Rat hinweg, weil sie gewürdigt worden waren, um Seines Namens willen Schmach zu leiden;

 

II. Taufe ist nicht gleich Taufe

 

Wenn Sie bedenken, dass das Wort Taufe oder taufen rund hundert Mal im Neuen Testament vorkommt, dann gilt es in erster Linie zu beachten, in welchem Zusammenhang das Wort verwendet wird. Achten Sie also darauf, was wann zu wem gesagt wird und vor allem was mit dem Wort Taufe tatsächlich gemeint ist:

 

Die folgende Unterscheidung in der Verwendung des Begriffs Taufe ist von großer Bedeutung, denn später werden Sie erkennen, was alles passieren kann, wenn Sie diese Aspekte einfach „in einen Topf“ werfen.

 

1. Die Taufe des Johannes

 

Johannes der Täufer war der letzte Prophet des Alten Bundes. Er kündigte den Messias an und damit den Beginn etwas völlig Neuem. In dieser Übergangszeit gab es noch keine Gemeinde Jesu Christi, diese entstand erst ab Pfingsten.

 

Fast die Hälfte aller Bibelstellen mit unserem Wort Taufe beziehen sich auf die Taufe des Johannes. Diese Stellen haben mit der heute praktizierten Taufe, gleichgültig, ob Säuglingstaufe oder Erwachsenentaufe, nur bedingt etwas zu tun. Rund 45 % aller Tauf-Bibelstellen fallen deshalb für unsere nachfolgenden Betrachtungen bezüglich der Tauflehre des Neuen Testaments bereits im Vorfeld weg.

 

Die Gemeinsamkeit zur Taufe Jesu Christi besteht darin, dass Buße, also Umkehr oder Umdenken gefordert wird. Aus der Bibel erfahren Sie auch, dass die Jünger des Johannes von Johannes persönlich getauft wurden. Sie erfahren weiter, dass diese Johannesjünger später nochmals, von den Jüngern Jesu, auf Jesus Christus getauft wurden.

 

2. Die Taufe im Heiligen Geist

 

Zahlreiche Stellen der Heiligen Schrift sprechen von einer Taufe im Heiligen Geist, so z.B. bei der Ankündigung von Johannes dem Täufer in Markus 1,8 „Er aber wird euch mit dem Heiligem Geist taufen“ oder in der Apostelgeschichte 1,5 „Ihr aber sollt im Heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen.“ Bitte beachten Sie, dass es hier überhaupt nicht um die heute praktizierte Taufe geht, sondern Jesus wird den Menschen den Heiligen Geist bei ihrer 3)Bekehrung geben, was hier mit Taufe ausgedrückt wird.

 

3)Bekehrung bedeutet letztlich nichts anderes als: „Ich kehre um! Ich erkenne, dass mein bisheriger Lebensweg völlig falsch war, und ich mache eine Kehrtwendung um 180°. Ich wende mich ganz bewusst Jesus Christus zu.“ Es geht also um eine Änderung der Gesinnung und nicht etwa darum, die Kirchenzugehörigkeit zu wechseln.

 

Sehr schön ist das auch zu erkennen bei der Bekehrung (4)gläubig werden) des Hauptmann Kornelius in der Apostelgeschichte 11,16, als Petrus sagt: „Ihr aber sollt im Heiligen Geist getauft werden“. Aus allen diesen Beispielen wird deutlich, dass es nicht um Taufe, sondern um Bekehrung und damit um 5)Wiedergeburt, verbunden mit dem Empfang des Heiligen Geistes geht.

 

4)gläubig Wenn ich von „gläubig“ rede, dann bedeutet es hier und in allen nachfolgenden Verwendungen dieses Begriffes, dass es sich um Menschen handelt, die sich bekehrt haben. Nur wer sich bekehrt hat, ist nach biblischem Verständnis auch gläubig zu nennen.

 

5)Wiedergeburt: Wer sich bekehrt hat, wer also umgedacht hat, der ist neu geboren aus Wasser und Geist, was auch in dem Wort „Wiedergeburt“ ausgedrückt wird. Wer das Wasser bzw. Wort der Wahrheit im Glauben angenommen hat, der empfängt den Geist aus Gott, den Heiligen Geist. Diese geistige Geburt ist wie eine zweite Geburt zu betrachten. Die erste Geburt ist fleischlich, die zweite Geburt ist geistlich.

 

3. Die Taufe in den Tod

 

Wenn Jesus von der „Taufe in den Tod“ redet, ist aus dem Textzusammenhang klar zu erkennen, dass er von seinem eigenen Tod redet, was wieder absolut nichts mit unserem Thema Taufe zu tun hat. Siehe dazu z.B. Matthäus 10,38-39, als er fragt: „Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde“? Es geht hier eindeutig um seinen bevorstehenden Tod. So auch bei Lukas 12,50: „Aber ich habe eine Taufe zu bestehen...“

 

 4. Die christliche Taufe nach biblischem Verständnis

 

Das ist die Taufe, über die ich in diesem Büchlein sprechen will und deren Bedeutung, Zweck und Ausführung eingehend beleuchtet werden soll.

 

- Die Taufe als Befehl

 

In den bekannten Stellen Matthäus 28,19 und Markus 16,16 finden wir die Aufforderung Jesu Christi, zum Taufen. Persönlich scheint mir das Wort „Befehl“ etwas überzogen. Ich denke, es ist einfach eine wichtige Anweisung, die Jesus seinen Jüngern kurz vor seiner Himmelfahrt gab, und wir können in der Bibel nachlesen, dass und unter welchen Bedingungen die Taufe durchgeführt werden soll und darf.

 

- Die geistige Bedeutung der Taufe

 

Hier geht es um die Frage der Bedeutung der Taufe, also um den geistigen Hintergrund und nicht um den praktischen Taufvorgang als solchem. Was bedeutet die Taufe? Und was passiert bei der Taufe? Die wichtigsten Bibelstellen finden wir in Römer 6, Kolosser 2, und 1. Brief des Petrus 3.

 

- Die Ausführung der Taufe

 

Hier haben wir zahlreiche Hinweise in der Heiligen Schrift, auf die später ausführlich eingegangen werden soll. Dieser Vorgang ist wichtig, denn es stellt sich hier die Frage, wann wird wie, bei welchem Anlass und unter welchen Voraussetzungen die Taufe vollzogen?

 

III. Die Grundlagen der Taufe

 

> Was ist Taufe?

 

Der Begriff Taufe hat mit Wasser, Täufling und Taufendem zu tun. Dies sind die äußeren Merkmale, welche zu einer Taufe gehören. Aber was beinhaltet die Taufe wirklich? Was versteht die Bibel unter diesem Begriff? Es gibt viele Auslegungen und Meinungen, welche sich grundlegend widersprechen. Deshalb wollen wir die Bedeutung des Begriffs „Taufe“ von der Bibel her betrachten.

 

In Apostelgeschichte 19 lesen wir von einer Begebenheit, in Ephesus. Dort traf Paulus einige Jünger:

 

Apg 19,1 Es begab sich aber, während Apollos in Korinth war, dass Paulus, nachdem er die obern Länder durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und als er etliche Jünger fand, sprach er zu ihnen:

 Apg 19,2 Habt ihr den heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie aber sprachen: Wir haben nicht einmal gehört, ob ein heiliger Geist sei!

 Apg 19,3 Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber sprachen: Auf die Taufe des Johannes.

 Apg 19,4 Da sprach Paulus: Johannes hat mit der Taufe der Buße getauft und dem Volke gesagt, dass sie an den glauben sollten, der nach ihm komme, das heißt an Christus Jesus.

 Apg 19,5 Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus.

 

Bei dem Gespräch mit den Jüngern kamen Paulus wohl Zweifel über die Echtheit ihres Glaubens. „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet,“ lautete deshalb seine Frage. Die Jünger antworteten ihm, dass sie nicht einmal gehört hätten, dass es einen Heiligen Geist gibt. Daraufhin fragt Paulus:

 

> „Worauf seid ihr denn getauft worden“?

 

„Auf die Taufe des Johannes“, gaben sie ihm zur Antwort. Hierauf erklärte Paulus ihnen die Botschaft des Johannes, dass es sich um eine Taufe zur Buße handle und dass sie an den Messias glauben sollten. Diese Verkündigung nahmen die Jünger im Glauben an und ließen sich deshalb nochmals taufen, diesmal jedoch auf den Namen Jesu.

 

Anhand dieses Textes können wir Verschiedenes erkennen. Die entscheidende Frage bei der Taufe stellt sich nicht im wie oder wann oder von wem, sondern im worauf.

 

Wir können feststellen, dass Paulus bei der Frage nach der Taufe den Inhalt als entscheidendes Kriterium betrachtet. Dieses Worauf bezieht sich auf etwas, das der Taufe vorausgegangen sein muss, denn die Taufe stellt sich als Folge oder Reaktion auf das Vorausgegangene dar.

 

> Was geht der Taufe voraus?

 

Aus dem obigen Bibeltext wird deutlich, dass der Taufe eine Botschaft vorausgeht, eine Verkündigung, welche der Täufling gehört haben muss. Bevor es zu einer Taufe kommt, hat der Täufling etwas gehört, das zur Entscheidung herausfordert. Somit genügt das Hören allein nicht. Der Mensch muss das Gehörte mit dem Glauben verbinden, also dem Vertrauen auf dem Gesagten. Der Hörende ist von der Vertrauenswürdigkeit des Boten und der Botschaft überzeugt worden und glaubt diese Botschaft.

 

Die Taufe hat als Grundlage also eine Lehre und einen Verkündiger, welchem der Täufling Glauben geschenkt hat. Diesen Glauben drückt er durch die Taufe aus. So kann von der Taufe des Johannes gesprochen werden, da er Verkündiger der Botschaft vom nahenden Reich Gottes ist, auf das sich die Menschen vorbereiten sollen. Ebenso werden wir auf den Namen Jesu getauft, da Jesus Verkündiger und gleichzeitig Inhalt der Botschaft ist.

 

Von entscheidender Bedeutung bei alledem ist jedoch, dass der Ausgangspunkt des Boten und der Botschaft Gottes, der Vater ist. Dieser beruft in den Dienst und betraut seinen Diener mit der Verkündigung. Letztlich geht alles auf Gott und sein offenbartes Wort zurück. Die Taufe stellt dies deutlich heraus. Zusammenfassend sei festgehalten: Taufgrund ist eine Botschaft Gottes und ein von ihm eingesetzter Bote. Darauf werden wir getauft.

 

In Lukas 7 stoßen wir in diesem Zusammenhang auf einen interessanten Text, durch den uns eine weitere Wahrheit über den eigentlichen Sinn der Taufe aufgetan wird.

 

Lk 7,29 Und alles Volk, das ihn hörte, und die Zöllner gaben Gott Recht, indem sie sich taufen ließen mit der Taufe des Johannes;

 Lk 7,30 die Pharisäer aber und die Schriftgelehrten verwarfen den Rat Gottes, sich selbst zum Schaden, und ließen sich nicht von ihm taufen.

 

Hier sehen Sie, dass die Botschaft Gottes von einigen angenommen wurde, nämlich die Botschaft – hier verkündigt durch Johannes, – dass der Mensch Sündenvergebung braucht und sich bei seinem Versuch, sich den Eintritt in das Reich Gottes durch eigene Werke zu verdienen, auf dem falschen Weg befindet. Johannes verkündigt: „Tut Buße“ d.h. anerkennt durch ein Umdenken nach dem Hören der Botschaft, dass der dargelegte Weg Gottes richtig ist und ihr in eurem bisherigen Denken falsch lagt. Diesen Aspekt bringt die Taufe zum Ausdruck.

 

>„Sie gaben Gott Recht“

 

Das ist der eigentliche Sinn der Taufe, dass Gott Recht hat in seinem Urteil. Gott verkündet und bekommt Recht. Der Mensch anerkennt, dass Gott es besser weiß. Die menschlichen Gedanken und Überlegungen treten hinter Gottes Wahrheit und Offenbarung zurück.

 

Somit handelt es sich bei der Taufe um das Anerkennen des Wortes Gottes, welchem wir uns unterstellen und welches wir auf unser Leben anwenden. Diejenigen, die sich dem Ratschluss Gottes widersetzten, ließen sich nicht taufen, da sie der Botschaft nicht glaubten. Sie gaben Gott dadurch nicht Recht.

 

Bei diesem Taufverständnis verliert die Taufhandlung an sich jeden mystischen oder verwandelnden Charakter, da sie ein Zeugnis des Glaubens darstellt, der schon vorher in uns gewesen ist.

 

1.Petr 3,20 die vor Zeiten nicht glaubten, als Gottes Langmut einstmals zuwartete in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in der wenige, nämlich acht Seelen, hindurchgerettet wurden durch das Wasser,

 1.Petr 3,21 welches jetzt auch uns in einem bildlichen Sinn rettet in der Taufe, die nicht ein Abtun der Unreinheit des Fleisches ist, sondern das Zeugnis eines guten Gewissens vor Gott durch die Auferstehung Jesu Christi.

 

Die Taufe ist also ein Zeugnis dessen, was Gott in unserem Leben getan hat.

 An uns hat sich das Wort aus Markus 1,8 „Ich habe euch mit Wasser getauft; er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen“ erfüllt, nachdem wir gläubig geworden sind. Die Taufe ist dann ein nach außen sichtbares Zeichen, dass man nun mit Christus lebt und sein eigenes Leben auf ihn aufbaut.

 

Im Neuen Testament finden wir im Brief des Apostels Paulus an die Korinther sowie im 1. Brief des Petrus zur Taufe und deren Inhalt Vergleiche aus dem Alten Testament. Einmal handelt es sich um das Volk Israel beim Auszug aus Ägypten und dem Gang durch das Rote Meer, beim anderen Beispiel dient uns Noah und die Rettung in der Arche als ein Abbild für die Taufe.

 

Beide Vergleiche haben wieder die grundlegenden Elemente der Taufe gemeinsam. Gott hat eine Botschaft und einen Boten. Sowohl Mose als auch Noah waren von Gott bestimmt worden, damit sie die Botschaft vom Heil und Gericht verkündigten. Es lag nun an jedem einzelnen Hörer, wie er auf diese Botschaft reagieren würde: Gott Recht geben oder Gott nicht Recht geben und IHN durch seinen Unglauben damit zum Lügner machen?

 

> Worauf sind wir getauft?

 

Um diese Frage zu klären und um dies für uns HEUTE beantworten zu können, müssen wir die Botschaft des Neuen Testamentes kennen, denn auf deren Inhalt lassen wir uns dann taufen.

 Noah predigte die Vernichtung allen Lebens auf der Erde; einzig in der Arche war Rettung. Mose stand für die Befreiung Israels aus der Knechtschaft Ägyptens. Die Predigt des Johannes war eine Predigt zur Buße.

Aber was ist die Botschaft für uns heute?

 

Röm 6,1 Was wollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit das Maß der Gnade voll werde?

 Röm 6,2 Das sei ferne! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben?

 Röm 6,3 Oder wisset ihr nicht, dass wir alle, die wir auf Jesus Christus getauft sind, auf seinen Tod getauft sind?

 Röm 6,4 Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod, auf dass, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.

 Röm 6,5 Denn wenn wir mit ihm verwachsen sind zur Ähnlichkeit seines Todes, so werden wir es auch zu der seiner Auferstehung sein,

 Röm 6,6 wissen wir doch, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, so dass wir der Sünde nicht mehr dienen;

 Röm 6,7 denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde los gesprochen.

 Röm 6,8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden,

 Röm 6,9 da wir wissen, dass Christus, von den Toten erweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn;

 Röm 6,10 denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er für Gott.

 Röm 6,11 Also auch ihr: Haltet euch selbst dafür, dass ihr für die Sünde tot seid, aber für Gott lebet in Christus Jesus, unsrem Herrn!

 Röm 6,12 So soll nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, so dass ihr seinen Lüsten gehorchet;

 Röm 6,13 gebet auch nicht eure Glieder der Sünde hin, als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebet euch selbst Gott hin, als solche, die aus Toten lebendig geworden sind, und eure Glieder Gott, als Waffen der Gerechtigkeit.

 Röm 6,14 Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade seid.

 Röm 6,15 Wie nun, sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne!

 

In Römer 6 finden wir die gleiche Botschaft wie sie seinerzeit auch Paulus den Jüngern von Ephesus mitgeteilt hat. Im Endeffekt geht es immer um einen Richtungswechsel oder auch Machtwechsel in unserem Leben. Die 6)Sünde hatte uns bisher im Griff, gab die Richtung unseres Lebens vor und hielt uns in Knechtschaft. Aber mit dem Kommen des Christus wurde die Macht der Sünde gebrochen. Deshalb stellt Paulus die Eingangsfrage, ob wir weiterhin in der Sünde verharren wollen, also weiterhin für die Sünde leben wollen. Antwort: „Das sei ferne“.

 

6)Sünde - Menschen, die davon ausgehen, dass Sie durch ihre eigene Gerechtigkeit (gute Werke) vor Gott bestehen können, haben bereits den Begriff „Sünde“ in der Tiefe seiner Bedeutung nicht einmal im Ansatz erkannt. Der Mensch wird nicht erst durch die Sünde zum Sünder, sondern er wird seit dem Sündenfall als Sünder geboren. Dies sagt der Psalm 51 sehr deutlich. Die Taten und Gedanken entsprechen lediglich dem inneren geistlichen Zustand des Menschen. Nicht die Tat führt zum Sünder, sondern der Sünder wird lediglich zum Täter. Durch diese Tatsache ist (bleibt) der Zorn Gottes über jedem, da Gottes Gerechtigkeit keine Verbindung mit der Ungerechtigkeit des Menschen zulässt. In der Bergpredigt spricht Jesus davon, dass ein Mann bereits die Ehe gebrochen hat, wenn er eine Frau auch nur ansieht und ihrer in seinem Herzen begehrt. Wenn dies der Maßstab Gottes ist, dann wird deutlich, dass Jesus uns auf das Problem der in uns wohnenden Sünde und Verdorbenheit hinweist, damit wir zur Erkenntnis der Wahrheit über uns selbst kommen können.

 

Wir sind der Sünde gestorben. Dies ist die Botschaft des Neuen Testamentes für Gläubige. Es ist zuerst eine Todesbotschaft für uns. Unser Zustand des geistigen Todes wird uns im Kommen und Sterben Jesu deutlich, da er das, was er gestorben ist, der Sünde gestorben ist. Die Sünde hat den Todesgeruch an sich, da sie vom geistlichen Leben Gottes trennt. Christus musste sterben, damit die Macht der Sünde gebrochen wurde.

 

Wir Menschen werden mit dieser Tatsache konfrontiert und müssen für uns selbst entscheiden. Anerkennen wir, dass es um uns so schlecht bestellt ist? Gilt dies auch für uns ganz persönlich? Ist uns unsere ausweglose Lage, dieses Getrenntsein von Gott, in der Tiefe bewusst geworden? Wenn dem so ist, gilt für jeden Einzelnen von uns, was in den folgenden Versen behandelt wird.

 

Wir müssen der Sünde sterben. Wir geben Gott Recht, dass wir den Tod verdient haben. Das Gericht Gottes über unser Sein und Handeln geschieht zu Recht. Wir sind schuldig. Der Lohn der Sünde ist der Tod, das gilt auch heute noch. Daran hat sich nichts geändert. Und so stehen auch wir unter dem Todesurteil Gottes.

 

Doch an dieser Stelle beginnt das Evangelium, die Frohe Botschaft. Um unseren Zustand wissend hat Gott einen Rettungsweg eröffnet, Christus, welchen ER für uns in den Tod gab, damit wir durch Ihn leben sollen. Ergreifen wir im 7)Glauben den Rettungsanker Gottes, anerkennen wir, dass wir geistig tot sind. Wir begraben unser bisheriges Leben mit Christus durch die Taufe in den Tod. Weil wir tot sind, können wir auch begraben werden. Lebendige werden normalerweise nicht begraben.

 

7)Glauben – Glauben im Sinne von „Vertrauen“.

 

Paulus geht sogar noch einen Schritt weiter. Weil unsere menschliche Natur so abgrundtief verdorben ist (Röm 7,18), muss diese auch mitgekreuzigt werden, das bedeutet, außer Wirksamkeit gesetzt werden. Nur so ist ein neues Leben in Christus möglich! Ist uns bewusst, dass in uns selbst nichts Gutes wohnt? Dass wir zu allem fähig sind? Dass die menschliche Natur in Gottes Augen ganz verdorben ist? Können wir Gott darin Recht geben, wo doch auch soviel Gutes von Nichtchristen getan wird? Anerkennen wir, dass Gott uns besser kennt und die Tiefen unserer Herzen und Gedanken vor ihm nicht verborgen sind?

 

Im Akzeptieren unseres Zustandes im Lichte Gottes wird uns auch die Tragweite der Erlösung bewusst. Etwas Neues muss an die Stelle des Alten treten. Eine Generalsanierung reicht nicht aus. Besser werden oder das Veredeln der menschlichen Natur ist nicht möglich. Zu tief sitzt der Stachel der Sünde und des Todes. Allein ein Gekreuzigt werden und Sterben kann uns noch helfen, damit wir der Knechtschaft der Sünde entfliehen können.

 

Mit Christus gekreuzigt, den Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt, auf dieser Basis kann Gott etwas Neues in uns schaffen.

 

Denn wenn wir mit Christus gestorben sind, so glauben wir auch, dass wir mit ihm leben werden. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Christus wurde auferweckt. Der Tod hat keine Macht mehr über ihn. In Christus wandeln auch wir in einem neuen Leben. Als wir im Glauben das Todesurteil über uns selbst gesprochen haben, wurden wir mit dem Heiligen Geist getauft. Dadurch wurden wir zu einer neuen Schöpfung Gottes. Das Alte, d.h. 8)der alte Adam ist vergangen, neues ist geworden. Der Mensch ist eine neue Kreatur.

 

8)alter Adam: „Der alte Adam“, der alte Mensch, das alte Wesen des Menschen ist gestorben. Das heißt nicht, dass wir nicht wieder sündigen können oder werden. Trotz Wiedergeburt sind wir alle nicht so, wie wir sein sollten. Der gläubig gewordene Mensch ist jedoch ein begnadigter Mensch. Der nicht wiedergeborene Mensch bleibt jedoch unter dem Zorngericht Gottes.

 

Wie Christus, für Gott lebt, so sollen auch wir in Christus Jesus für Gott leben. Es hat ein Herrschaftswechsel stattgefunden. Nicht mehr die Sünde und das Gesetz bestimmen unser Leben, sondern wir haben uns der Herrschaft Gottes unterstellt. Durch die Gnade Gottes herrscht die Sünde nicht mehr über uns. Wir stehen nicht mehr unter dem Gesetz des alten Bundes, den niemand halten kann, sondern wir leben im neuen Bund der Gnade, durch den Glauben, der uns neu gemacht hat. Aus geistlich Toten, sind wir zu neuem Leben gekommen.

 

Haben wir diesen Richtungswechsel in unserem Leben vollzogen, so legen wir nun in der Taufe Zeugnis dieses Ereignisses ab. Wir anerkennen die Botschaft Gottes und seinen Boten Jesus Christus. Wir geben Gott Recht und damit die Ehre. Die Taufe ist eine Reaktion des wiedergeborenen Menschen, in welcher er sich sichtbar auf Gottes Seite stellt und Gottes Wort gehorcht.

 

> Die Taufe als Befehl (die zwei Aussagen in Markus und Matthäus)

 

Mk 16,15 Und er (Jesus) sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!

 Mk 16,16 Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

 

Der Taufbefehl im Markusevangelium ist klar und eindeutig. Ein Mensch kommt durch die Verkündigung des Evangeliums zum lebendigen Glauben und dann wird er getauft.

 

Mt 28,18 Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

 Mt 28,19 So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

 Mt 28,20 und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit!

 

Herbert Jantzen übersetzt

 Mt 28,19 Geht also hin und macht zu Jüngern alle in den Völkern und tauft sie (d.h.: die Jünger, bzw. die Einzelnen von den Völkern, die zu Jüngern geworden sind) auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.

 

Der Taufbefehl im Matthäusevangelium ist eigentlich genau so klar. Jesus hat kurz vor seiner Himmelfahrt diesen Taufbefehl nur einmal gegeben. So gesehen kann es keine zwei Versionen oder Auslegungsmöglichkeiten geben. Jesus widerspricht sich auch nicht selbst. Wer gedanklich die nachfolgenden Überlegungen zulässt und zudem den Text von Herbert Jantzen beachtet, wird erkennen, dass beide Taufbefehle zusammenpassen und natürlich den gleichen Gedankengang ausdrücken.

 

- „Macht zu Jüngern......und tauft sie“ (Mt 28,19) bedeutet: Das Evangelium soll verkündigt werden. Die Menschen hören der Botschaft zu. Der Teil der Zuhörer, der das Wort Gottes bereitwillig annimmt und sich bekehrt, wird durch die Annahme des Wortes zum Jünger Jesu Christ. In dieser Stellung der Jüngerschaft wird dann getauft.

 

Es gibt im deutschsprachigen Raum einige Bibelübersetzungen, die Matthäus 28,19 anders übersetzen und zwar wie folgt:

 

Mt 28,19 Geht hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes

 

Hier kann der Eindruck entsteht, man könnte Menschen durch die Taufe zu Jünger Jesu Christi machen. Das ist aber gerade bei Säuglingen unmöglich, da sie kein Bekenntnis ablegen können und andere Textstellen wie z.B. Markus 16,16 keine Taufe ohne Glaube, also ohne Bekenntnis, zulassen. Deshalb ist dieser Gedankengang klar abzulehnen. Schlussfolgerungen wie diese sind abwegig, denn sie entsprechen nicht der Lehre der Heiligen Schrift, wenn man deren Gesamtzusammenhang betrachtet.

 

Kirchen, die Säuglinge taufen, vernachlässigen gerade diese gesamtbiblischen Zusammenhänge, begründen ihre Tauflehre auf Matthäus 28,19: “Macht zu Jüngern, indem ihr sie tauft“, und behaupten dabei, dieser Taufbefehl lasse die Möglichkeit zu, Säuglinge zu taufen. Später soll dann die biblische Lehre erfolgen und dadurch der Glaube einsetzen. Das ist ein Irrtum.

 

> Die Ausführung der Taufe

 

Grundvoraussetzung damit die Taufe vollzogen werden kann, ist Glaube. Es geht dabei nicht um irgendeinen Glauben, sondern gefordert wird biblischer Glaube, also Wiedergeburt. Ohne diese Voraussetzung ist die Taufe nicht möglich und führt auf Abwege.

 

Mk 16,16  Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

 

Apg 16,31 Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus!

 Apg 16,32 Und sie sagten ihm und allen, die in seinem Hause waren, das Wort des Herrn.

 Apg 16,33 Und er nahm sie in jener Stunde der Nacht zu sich und wusch ihnen die Striemen ab und ließ sich auf der Stelle taufen, er samt den Seinigen.

 

Diese zwei biblischen Texte und Aussagen sollen im Moment genügen um zu zeigen, dass zur Zeit der Apostel der Glaube die geforderte Grundvoraussetzung für die Taufe war. Ich werde später ausführlich darauf zurückkommen.

 

> Die übliche Form der Taufe war die Wassertaufe

 

Apg 8,36 Als sie aber des Weges dahin zogen, kamen sie zu einem Wasser, und der Kämmerer spricht: Siehe, hier ist Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden?

 Apg 8,37 Da sprach Philippus: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so ist es erlaubt. Er antwortete und sprach: Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist!

 Apg 8,38 Und er hieß den Wagen anhalten, und sie stiegen beide in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn.

 

Der Täufling wurde nicht an einem Taufstein oder Taufbecken mit ein paar Tropfen Wasser beträufelt, sondern im Wasser getauft, und zwar in der Form, dass er untergetaucht wurde. .

 

 

IV. Die Taufe in der Urgemeinde

 

Der ehemalige Württembergische Landesbischof Dr. Gerhard Maier schrieb in seinem Bibelkommentar zum Neuen Testament im 2. Teil auf Seite 500 Folgendes:

 

„In einem haben die Verfechter der Erwachsenentaufe allerdings Recht: Die normale Taufe bei der Entstehung der Urgemeinde war tatsächlich die Erwachsenentaufe, und die meisten Taufaussagen des Neuen Testaments sind nur verständlich, wenn sie Menschen betreffen, die sowohl getauft sind als auch glauben. Vielleicht wird Gott es so fügen, dass in der Endzeit die Erwachsenentaufe erneut überwiegen und das Normale sein wird.“

 

Diese Gedankengänge sind erfreulich und gleichzeitig erstaunlich,. Es wäre wünschenswert, wenn in der Kirche tatsächlich ein Umdenken einsetzen würde.

 

In diesem Kapitel möchte ich möglichst oft die Heilige Schrift selbst zu Wort kommen lassen, deshalb nehme ich mich mit Kommentaren zurück. Lassen wir dem Wort Gottes Raum, und die Tauflehre der Urgemeinde wird sich vor unseren Augen erschließen.

 

1. Die Rede von Petrus an Pfingsten in Jerusalem

 

 Apg 2,37 Als sie aber das hörten, ging es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder?

 Apg 2,38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden; so werdet ihr die Gabe des heiligen Geistes empfangen.

 Apg 2,39 Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die ferne sind, so viele der Herr unser Gott herrufen wird.

 Apg 2,40 Und noch mit vielen andern Worten beschwor und ermahnte er sie und sprach: Lasset euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!

 Apg 2,41 Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tage etwa dreitausend Seelen hinzugetan.

 

2. Philippus – in Samarien – der Zauberer

 

Apg 8,12  Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reiche Gottes und vom Namen Jesu Christi predigte, ließen sich Männer und Frauen taufen. [keine Kinder / Säuglinge]

 Apg 8,13 Simon aber wurde auch gläubig und hielt sich, nachdem er getauft worden war, stets zu Philippus; und da er sah, dass Zeichen und große Wunder geschahen, staunte er.

 Apg 8,14 Als aber die Apostel zu Jerusalem hörten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen.

 Apg 8,15 Diese kamen hinab und beteten für sie, dass sie den heiligen Geist empfingen;

 Apg 8,16 denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren nur getauft auf den Namen des Herrn Jesus.

 Apg 8,17 Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den heiligen Geist.

 Apg 8,18 Als aber Simon sah, dass durch die Handauflegung der Apostel der heilige Geist gegeben wurde, brachte er ihnen Geld und sprach:

 Apg 8,19 Gebet auch mir diese Vollmacht, damit, wenn ich jemand die Hände auflege, er den heiligen Geist empfange!

 Apg 8,20 Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre samt dir ins Verderben, weil du meinst, die Gabe Gottes mit Geld erwerben zu können!

 

3. Der Kämmerer und Philippus

 

Apg 8,26 Ein Engel des Herrn aber redete zu Philippus und sprach: Steh auf und wandere nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt; diese ist einsam.

 Apg 8,27 Und er stand auf und machte sich auf den Weg. Und siehe, ein Äthiopier, ein Kämmerer und Gewaltiger Kandaces, der Königin der Äthiopier, welcher über ihren ganzen Schatz gesetzt war, der war gekommen, um in Jerusalem anzubeten;

 Apg 8,28 und nun kehrte er zurück und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja.

 Apg 8,29 Da sprach der Geist zu Philippus: Geh hinzu und halte dich zu diesem Wagen!

 Apg 8,30 Da lief Philippus hinzu und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen; und er sprach: Verstehst du auch, was du liest?

 Apg 8,31 Er aber sprach: Wie kann ich es, wenn niemand mich anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.

 Apg 8,32 Die Schriftstelle aber, die er las, war diese: «Wie ein Schaf ward er zur Schlachtung geführt, und wie ein Lamm vor seinem Scherer stumm ist, so tut er seinen Mund nicht auf.

 Apg 8,33 In seiner Erniedrigung ward sein Gericht aufgehoben. Wer will aber sein Geschlecht beschreiben? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen!»

 Apg 8,34 Da wandte sich der Kämmerer an Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet solches? Von sich selbst oder von einem andern?

 Apg 8,35 Da tat Philippus seinen Mund auf und hob an mit dieser Schriftstelle und verkündigte ihm das Evangelium von Jesus.

 Apg 8,36 Als sie aber des Weges dahinzogen, kamen sie zu einem Wasser, und der Kämmerer spricht: Siehe, hier ist Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden?

 Apg 8,37 Da sprach Philippus: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so ist es erlaubt. Er antwortete und sprach: Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist!

 Apg 8,38 Und er hieß den Wagen anhalten, und sie stiegen beide in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn.

 Apg 8,39 Als sie aber aus dem Wasser heraufgestiegen waren, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; denn er zog fröhlich seines Weges.

 

Betrachten Sie die ersten drei biblischen Berichte über Begebenheiten, bei denen Menschen zum Glauben kamen und dann getauft wurden. Es ist klar zu erkennen, dass alle Begebenheiten folgende Merkmale aufweisen:

 

- Der Mensch muss bereit sein zuzuhören.

Hat jemand Ohren zu hören, der höre!

 

- Das Evangelium der Errettung muss verkündigt werden.

Auch mit vielen andern Ermahnungen noch verkündigte er dem Volk die frohe Botschaft.

 

- Der Mensch muss das Evangelium ganz bewusst annehmen.

 Allen denen aber, die ihn aufnahmen, gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden

 

- Bei dieser Annahme des Evangeliums (Bekehrung) geschieht die Wiedergeburt

 Denn ihr wart «wie irrende Schafe», nun aber seid ihr bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen.

 

- Jetzt kann, darf und soll der gläubig gewordene Mensch getauft werden.

 Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tage etwa dreitausend Seelen hinzugetan.

 

Dieser Werdegang zeigt sich als Regel ohne Ausnahme, wie sich aus den ersten drei angegebenen Textstellen erkennen lässt. Jeder Leser ist aufgefordert, persönlich diese Berichte zu überdenken, und die oben genanten Punkte daraufhin zu überprüfen.

Wenn Sie den bisherigen Aussagen zustimmen können, dann können wir zu diesem Zeitpunkt zumindest eine Tendenz feststellen, wie und unter welchen Voraussetzungen die Taufe in der Urgemeinde gehandhabt wurde.

 

Das soll uns aber jetzt noch nicht genügen. Schauen wir deshalb, ob es seinerzeit andere Varianten der Taufe gegeben hat.

 

4. Paulus vor Damaskus

 

Apg 9,17 Da ging Ananias hin und trat in das Haus; und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist auf der Straße, die du herkamst, damit du wieder sehend und mit dem heiligen Geiste erfüllt werdest!

 Apg 9,18 Und alsbald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er konnte wieder sehen und stand auf und ließ sich taufen, nahm Speise und stärkte sich.

 Apg 9,19 Er war aber etliche Tage bei den Jüngern zu Damaskus.

 Apg 9,20 Und alsbald predigte er in den Synagogen Jesus, dass dieser der Sohn Gottes sei.

 Apg 22,16 Und nun, was zögerst du? Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst!

 

5. Kornelius der Hauptmann bekehrt sich

 

Apg 10,44 Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten.

 Apg 10,45 Und die Gläubigen aus der Beschneidung, so viele ihrer mit Petrus gekommen waren, erstaunten, dass die Gabe des heiligen Geistes auch über die Heiden ausgegossen wurde.

 Apg 10,46 Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott hoch preisen. Da antwortete Petrus:

 Apg 10,47 Kann auch jemand das Wasser verwehren, dass diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie wir?

 Apg 10,48 Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen des Herrn. Da baten sie ihn, etliche Tage zu bleiben.

 

6. Der Kerkermeister findet Gott

 

Apg 16,27 Da erwachte der Kerkermeister aus dem Schlaf, und als er die Türen des Gefängnisses geöffnet sah, zog er das Schwert und wollte sich töten, weil er meinte, die Gefangenen seien entflohen.

 Apg 16,28 Aber Paulus rief mit lauter Stimme und sprach: Tue dir kein Leid an; denn wir sind alle hier!

 Apg 16,29 Da forderte er ein Licht, sprang hinein und fiel zitternd vor Paulus und Silas nieder.

 Apg 16,30 Und er führte sie heraus und sprach: Ihr Herren, was muss ich tun, um gerettet zu werden?

 Apg 16,31 Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus!

 Apg 16,32 Und sie sagten ihm und allen, die in seinem Hause waren, das Wort des Herrn.

 Apg 16,33 Und er nahm sie in jener Stunde der Nacht zu sich und wusch ihnen die Striemen ab und ließ sich auf der Stelle taufen, er samt den Seinigen.

 Apg 16,34 Und er führte sie in sein Haus, deckte den Tisch und frohlockte, dass er mit seinem ganzen Hause an Gott gläubig geworden war.

 

Lieber Leser, prüfen Sie bitte jetzt selbst, ob nicht auch in diesen drei weiteren Bibelstellen, die von mir aufgezeigten fünf Merkmale, erfüllt sind. Wenn Sie mir zustimmen können, dann halten wir fest, dass wir bis hierher ein sechsfaches Zeugnis haben, wie in der Urgemeinde mit der Taufe verfahren wurde.

 

In Bezug auf Apostelgeschichte 16 wird oft von Verfechtern der Kindertaufe behauptet, dass, wenn das gesamte Haus des Kerkermeisters getauft wurde, es doch wohl logisch sei, dass es im Hause Kinder gab und dass diese mitgetauft wurden.

 

Wirklich?

 Steht das im obigen Text?

 Nein!

 Es ist reine Spekulation!

 Bei dieser Aussage wird in den Text etwas hineininterpretiert, das nicht dasteht.

 

Es steht jedoch geschrieben, dass allen, die im Haus des Kerkermeisters waren, das Wort des Herrn verkündigt wurde und dass er mit seinem ganzen Hause an Gott gläubig geworden war. Deshalb wurden er und die Seinigen getauft.

 

Wir müssen uns an biblische Fakten halten und können nicht willkürlich in den Text hinein argumentieren, wie wir meinen, dass es gewesen sein könnte. Wir dürfen nicht manipulieren, wie es uns passt oder wie wir es gern hätten, damit es mit unserer Kirchenlehre übereinstimmt. Wenn wir solche Spekulationen und damit Vergewaltigung des biblischen Textes auch nur im Ansatz zulassen, dann kann jeder seine eigene Geschichte erfinden. Ich bitte deshalb, so etwas unter allen Umständen zu unterlassen, und ich bitte um mehr Ernst und Respekt gegenüber der Heiligen Schrift.

 

7. Krispus der Synagogenvorsteher

 

Apg 18,7 Und er ging von dannen und begab sich in das Haus eines gottesfürchtigen Mannes mit Namen Justus, dessen Haus an die Synagoge stieß.

 Apg 18,8 Krispus aber, der Synagogenvorsteher, wurde samt seinem ganzen Hause an den Herrn gläubig; auch viele Korinther, die zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen.

 

Wer jetzt jegliche Voreingenommenheit und anerzogene Prägung beiseite schiebt, der wird erkennen, nachdem er die vorangegangenen sieben biblischen Berichte gelesen hat, dass hier nur Menschen getauft wurden, die als sie das Evangelium gehört haben, fähig waren, eine Entscheidung zu treffen.

 

Unsere Beweiskette ist lückenlos und würde vor einem weltlichen Gericht von jedem Staatsanwalt akzeptiert werden.

 

Schauen wir uns jetzt die letzte biblische Aufzeichnung an, bei der über die Bekehrung und Taufe der Lydia berichtet wird.

 

8. Lydia die Purpurhändlerin

 

Apg 16,14 Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; und der Herr tat ihr das Herz auf, dass sie darauf achtete, was von Paulus geredet wurde.

 Apg 16,15 Als sie aber samt ihrem Hause getauft worden war, bat sie und sprach: Wenn ihr davon überzeugt seid, dass ich an den Herrn gläubig bin, so kommet in mein Haus und bleibet daselbst! Und sie nötigte uns.

 

Bekommen wir jetzt ein Taufproblem, oder gar eine ganz andere Tauflehre?

 

Auch aus diesem Text können wir ersehen, dass alle fünf Punkte, die ich aufgezeigt habe, erfüllt sind. Wir haben bereits ein siebenfaches Zeugnis biblischer Lehre gemeinsam betrachtet. Dieser letzte Bericht bestätigt es vollkommen.

 

Die Geschichte der Lydia wird in nur zwei Versen erzählt. Es wurde also nur das Wesentliche aufgeschrieben und auf Einzelheiten verzichtet. Muss zwingend jedes Detail immer in der gleichen Ausführlichkeit geschildert werden?

 

Frage: „Müsste der Bibeltext sich zwingend anders ausdrücken wenn, - nur einmal angenommen, - zwanzig Personen in diesem Haus gewohnt hätten und siebzehn davon gläubig geworden wären und getauft wurden?“ Nein! Der Text muss keinesfalls sagen, alle wurden getauft, aber drei Kinder nicht. Der Text sagt nichts über die Anzahl der Personen in diesem Haus.

 

Lieber Leser, Sie gestatten mir, dass ich mich genauso verhalte wie die Verfechter der Kindertaufe, und Sie erlauben mir, dass ich genauso spekuliere und interpretiere wie diese: Die Lydia war bereits über 60 Jahre alt. Ihr Mann, Gajus Potius, war bereits gestorben. Sie hatte vier Kinder. Das jüngste Kind war eine Tochter. Dieses Mädchen hieß Susanne und war 15 Jahre alt.

 

Was sagen Sie zu solch einer Story? Verhalte ich mich korrekt? Hätten wir mit diesem Gedankengang, der auch zutreffend sein könnte, das Problem der Kindertaufe gelöst?

 

Wenn Kinder oder Säuglinge zu biblischen Zeiten getauft worden wären, dann würde uns die Heilige Schrift das berichten. Da dies nicht der Fall war, finden wir in der Bibel auch nichts.

 

Es ist eminent wichtig, dies bei der Geschichte der Lydia zu sagen und festzuhalten. Sie werden später erfahren, warum. Beachten Sie bitte, dass wir zweifellos davon ausgehen können, dass auch die achte Schilderung genauso ablief wie alle anderen auch, da wir ein klares siebenfaches Zeugnis für die biblische Taufe der damaligen Zeit in Schriftform vorliegen haben.

 

V. So klar und einfach ist die Taufe?

 

Ja, So einfach ist das.

 

Ich darf Ihnen eine Begebenheit, die sich vor einigen Jahren zutrug berichten: Eine fünfköpfige Familie aus Stuttgart zog in den Schwarzwald. Die 9)Frau war sehr beliebt in ihrer neuen Gemeinde. Obwohl sie zugezogen waren, wurde sie mit einer hohen Stimmenzahl in den Kirchengemeinderat der evangelischen Gemeinde gewählt.

 

9)Frau: Fällt es Ihnen auf, dass ich (außer dem ehem. Landesbischof) grundsätzlich keine Namen angebe? Natürlich stimmen alle Aussagen. Ich möchte jedoch nicht, dass auch nur eine Person hervorgehoben oder angegriffen und diffamiert wird. Es geht hier nur um die Sache.

 

Diese neue Kirchengemeinderätin nahm ihr Amt sehr ernst.

 

Nach einigen Jahren fand die Familie zu Gott, d.h. die ganze Familie wurde gläubig. Gemeinsam studierten sie eifrig in der Heiligen Schrift. Immer wieder stieß die Frau auf Schriftstellen, bei denen es um das Thema Taufe ging. Sie spricht mit niemandem über dieses Thema und nimmt sich vor, ganz bewusst alleine zu forschen und zu prüfen, wie es sich damit verhält. Ihr ist es wichtig, sich dabei von niemand beeinflussen zu lassen.

  

Es dauerte ein paar Monate, bis sie erkannte, dass sie sich taufen lassen sollte. Konsequent wollte sie diesen Wunsch verwirklichen und war daher bei der nächsten Taufe eines freien Bibelkreises dabei.

 

Obwohl diese Taufe nicht an die große Glocke gehängt wurde, kam letztlich auch dem örtlichen Pfarrer davon zu Ohren. Damit war es passiert. Der Pfarrer, der Kirchengemeinderat und weitere übergeordnete Autoritäten der evangelischen Kirche waren entsetzt. Es gab einen mächtigen Aufruhr mit zahlreichen Gesprächen und aufklärenden Taufrunden, welche die Sicht der Kirche stützen sollten.

 

Die Frau wurde schließlich aufgefordert, ihre Taufe zu widerrufen, wenn sie ihre Mitgliedschaft im Kirchengemeinderat nicht verlieren wolle. Die Kirchengemeinderätin verabschiedete sich, ganz freiwillig, und trat aus der Kirche aus. Warum reagierte die Kirche so extrem?

 

Was ich mit dieser Begebenheit sagen möchte ist Folgendes: Die Tauflehre der Heiligen Schrift ist wirklich einfach. Wichtig ist, dass man mit fragendem Herzen an die Sache herangeht und nicht mit einer vorgefassten Meinung, sonst wird das nichts und man verharrt in seinem althergebrachten Gedanken- und Lehrgebäude. Nur wer letztlich bereit ist, grundsätzlich seine Haltung in dieser Lehrfrage zu hinterfragen und auf den Prüfstand zu stellen, wird den biblischen Sachverhalt erkennen.

 

In zahlreichen Gesprächen mit Theologen über die Tauflehre wurde mir klar, dass die hochgeistigen theologischen Erklärungen oft so kompliziert sind, dass ein normaler Mensch nur noch sagen kann: „Wer soll das verstehen?“

 

Diese Komplexität führt dazu, dass sich 10)Theologen einbilden, dass man studiert haben muss, um die Bibel zu begreifen. Theologen maßen sich oft an, die unstudierten Gläubigen wie Schulkinder zu behandeln. Ich denke wir kennen alle die Geschichte:

 

Apg 4,13 Als sie aber die Freimütigkeit des Petrus und Johannes sahen und erfuhren, dass sie ungelehrte Leute und Laien seien, verwunderten sie sich und erkannten sie, dass sie mit Jesus gewesen waren.

 

10)Theologen sind Leute die an der Universität die Bibel studiert haben oder auch Personen die eine mehrjährige Bibelschule absolviert haben. Mir ist es wichtig, in diesem Zusammenhang zu sagen, dass ich kein Theologe, sondern Kaufmann bin und dass es mir in diesem Büchlein vor allem darum geht, dass jeder, der diese Information liest, sie auch verstehen kann.

 

VI. Die Taufe, ein Sakrament?

 

Verschiedene Kirchen praktizieren die Kindertaufe mit dem Argument, dass es sich um ein so genanntes 11)Sakrament handelt. Die Bibel kennt jedoch keine Sakramente. Das Wort kommt in der Heiligen Schrift überhaupt nicht vor.

 

11)Sakrament – Da gibt es einen sich reimenden Spruch, der in etwa so lautet: „Und kommt das Wort zum Element, so wird daraus ein Sakrament“ o.ä. Beachten Sie bitte, dass es Menschen sind, die so etwas erfinden und die sich anmaßen, so etwas zu praktizieren. Im Begriff des Sakraments steckt der Wunsch nach Gnadenmittel, heilbringendes Mittel, Heilszeichen.

 

In der katholischen Kirche werden seit dem 12. Jahrhundert sieben Sakramente - Taufe, Abendmahl, Firmung, Buße, die Letzte Ölung, Ehe und Priesterweihe - gezählt. Die evangelische Kirche erkennt nur die Taufe und das Abendmahl als angeblich von Christus eingesetzte Sakramente an. Die neuapostolische Kirche hat neben Taufe und Abendmahl als drittes Sakrament die so genannte Versiegelung.

 

Die Frage sei erlaubt, mit welcher Berechtigung Sakramente definiert werden und dann von jeder Konfession eine andere Auswahl getroffen wird. Warum hat Dr. Martin Luther aus den sieben Sakramenten der katholischen Kirche einfach zwei gemacht?

 

Wenn diese sieben Sakramente tatsächlich von Jesus Christus eingesetzt wären, müssten sich alle Kirchen einig sein und sich daran halten. Dann könnte Luther sie nicht einfach abändern. Da diese Sakramente jedoch Menschenlehre sind, hat er einfach fünf Sakramente gestrichen. Ich wollte und wünschte, Luther hätte alle sieben Sakramente gestrichen, dann hätte er erstens richtig gehandelt und zweitens hätten wir heute ein paar Probleme weniger unter den Gläubigen. Die Heilige Schrift kennt überhaupt keine Sakramente. Das sind reine Fiktionen, Erfindungen von spitzfindigen Theologen.

 

a) Bedeutung der sieben Sakramente bei der katholischen Kirche

 - Gnadenmittel; rituell vollzogenes Zeichen

 - Es bewirkt die Heiligung des Empfängers

 - Die Wirkung wird entfaltet durch die sakramentale Handlung, und zwar losgelöst von der inneren Verfassung von Spender oder Empfänger.

 

Nun, über die katholische Lehre auch nur ein weiteres Wort zu verlieren ist eigentlich unnütz. Die katholische Kirche ist eine sich irrende Kirche. Dr. Martin Luther hat seinerzeit völlig richtig erkannt, dass es sich hier um „Religion“ handelt und nicht um eine biblische Gemeinschaft bzw. Kirche. Der Mensch erlangt im Katholizismus angeblich Erlösung auf Grund des Glaubens und religiöser Riten und ist nicht „Erlöst aus Gnade; allein aus Glauben“ wie es in der Bibel steht.

 

b) Die Bedeutung der zwei Sakramente bei der evangelischen Kirche.

 Diese werden nicht mehr als heilsnotwendig betrachtet,

 Sie sind nach Luther sichtbare Worte und haben keinen grundsätzlich andersartigen Charakter als die Predigt. Ihre Wirksamkeit gründet im Glauben, nicht im Vollzug der sakramentalen Handlung.

 

Wir können deutlich die Lehrunterschiede zwischen der katholischen und der evangelischen Version erkennen. Würde die evangelische Kirche dem oben geschilderten Gedankengang tatsächlich folgen, dann wäre das lehrmäßig akzeptabel. Dass dem nicht so ist, werden wir später sehen. Aus dem Verständnis der evangelischen Kirche, dass Taufe und Abendmahl Sakramente seien, ergeben sich völlig logische und weitreichende Konsequenzen, die zu einer gegensätzlichen Haltung gegenüber der Lehre der Heiligen Schrift in der Tauffrage führen müssen.

 

Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche taufen, losgelöst davon, ob die Menschen glauben oder nicht. Die Kirchen maßen sich hier ein Recht an, das ihnen nicht zusteht. Nach der Lehre dieser Kirchen ist also die Taufe grundsätzlich möglich und gültig, selbst wenn Vater und/oder Mutter und/oder die Taufpaten ungläubig sind. Selbst wenn ein 12)liberaler Pfarrer tauft, gilt die Taufe als gültig, weil letzten Endes angeblich Gott selbst tauft.

 

12)liberaler Pfarrer – Mit diesem Begriff wird umschrieben, dass dieser Geistliche die Bibel letztlich nicht uneingeschränkt als Wort Gottes betrachtet, sondern die Bibel kritisch im Blick auf andere wissenschaftliche, theologische oder historische Befunde bzw. Quellen deutet. Was ist in der Heiligen Schrift Wort Gottes und was nicht? Das liegt in der Entscheidung von Theologen. Welche Anmaßung! Diese verwerflichen Gedankengänge aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts nennt man Bibelkritik. Hier wird die Autorität Gottes angegriffen. Ein so genannter liberaler Pfarrer ist deshalb nichts anderes, als eine schöne Umschreibung, für einen nicht wiedergeborenen Pfarrer.

 

VII. Die Lehre der Großkirchen

 

Zu den so genannten Großkirchen in unserem Land zählen in erster Linie die katholische Kirche, die evangelische Kirche und mit Abstrichen auch noch die neuapostolische Kirche. In diesen drei Kirchen wird die so genannte Kindertaufe oder auch Säuglingstaufe praktiziert.

 

Natürlich gibt es bereits innerhalb dieser drei Kirchen deutliche lehrmäßige Unterschiede. Das Verständnis zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche unterscheidet sich stark, aber darauf soll im Moment nicht näher eingegangen werden.

 

Sehr interessant und aufschlussreich ist für mich ein vierseitiges Faltblatt des „Gnadauer Theologischen Arbeitskreises“, mit der Überschrift:

 

 

„Bedeutung der Taufe für die Gemeinde Jesu Christi

Eine Erklärung des Theologischen Arbeitskreises“

 

Hinter dem „Gnadauer Verband“, der diese Erklärung zur Tauffrage erarbeitet hat, stehen zahlreiche Gruppierungen, die jedoch alle mehr oder weniger dem protestantischen Spektrum zuzurechnen sind. Ein wohl hochkarätig zu nennendes Gremium hat mit Datum vom 6. März 2001 in Dillenburg dieses, man kann wohl sagen Grundsatzpapier verfasst. Diese Schrift ist höchst bemerkenswert und soll mir nun größtenteils als Leitlinie dienen für die nachfolgende Betrachtung der Tauflehre der evangelischen Landeskirche. Aus diesem Schriftstück ist u.a. Folgendes zu 13)entnehmen:

 

13)Ich habe nur die maßgeblichen Aspekte/Zitate/Punkte aus diesem Schriftstück entnommen. Diese geben jedoch einen guten Überblick über das Gedankengebäude der evangelischen Seite, sei es Kirche, Gemeinschaft o.ä.

 

1. Die Überschrift: „Bedeutung der Taufe für die Gemeinde Jesu Christi“

 

Die Überschrift dieser lehrmäßigen Abhandlung über die Taufe in der evangelischen Kirche ist sehr interessant. Bereits in dieser Überschrift wird suggeriert, dass es sich bei der nachfolgenden Lehre über die Taufe um die Lehre der Gemeinde Jesu Christi  handelt, die mit der evangelischen Kirche damit quasi gleichgesetzt wird. Zu klären wäre deshalb zuerst, was unter dem Begriff Gemeinde Jesu Christi zu verstehen ist.

 

Die in der Heiligen Schrift festgehaltene Tauflehre ist die Lehre für die Gemeinde. Die Ecclesia = die Herausgerufenen = die Gemeinde, ist nichts anderes, als die Personen, die wiedergeboren sind. Diese bilden die Gemeinde Jesu Christi. Diese Gemeinde ist keine Körperschaft, sie ist unsichtbar. In ihr befinden sich alle Gläubigen der Welt, gleichgültig, welcher Nationalität, Sprache oder Kultur sie angehören.

 

Von diesem Gesichtspunkt aus kann keine christliche Denomination dieser Welt für sich allein in Anspruch nehmen, dass sie Gemeinde Jesu Christi sei. Natürlich findet sich in vielen christlichen Gruppierungen - so auch innerhalb der evangelischen Kirche - Gemeinde Jesu Christi, aber nur ein Teil der Mitglieder sind Christen.

 

Nicht jeder, der einer christlichen Konfession angehört, ist Christ. Wie sagte Billy Graham so schön: „Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er in die Kirche geht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in die Garage geht“.

 

2. „Beim Bedenken dessen, was Taufe bedeutet, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass nicht aus gesamtbiblischen Zusammenhängen gerissen wird.“

 

Dies wäre wünschenswert. Schade, dass gerade dieses gesamtbiblische Verständnis und dieser Gesamtzusammenhang nicht erkennbar sind, sonst käme der Arbeitskreis zu einem völlig anderen Verständnis. Darüber wird noch zu sprechen sein. Aus meiner Sicht stellt sich diese Lehrhaltung, die sich aus diversen Punkten ableiten lässt, eher so dar, dass die eigentliche biblische Lehrlinie deutlich verlassen wurde und die Aussagen der Heiligen Schrift so lange gebogen und interpretiert werden, bis sie in das vorgefasste Lehrgebäude des evangelischen Verbandes zu passen scheinen. Dem sollte man dann selbstverständlich widersprechen.

 

3. „Nach evangelischem Verständnis geht es vor allem um die Einsicht, dass der Mensch nicht zuerst etwas leisten muss, sondern, dass er beschenkt wird und von Gott das Heil empfängt.“

 

Richtig, der Mensch muss tatsächlich nichts leisten. Der Mensch muss glauben, und der Glaube ist nach der Heiligen Schrift keine Leistung. Die Taufe ist auch keine Leistung, sondern ein Akt des Glaubens und des Gehorsams. Womit wird der Mensch beschenkt, und wie empfängt der Mensch das Heil? Empfängt der Mensch durch die Taufe das Heil? Was sagt die Heilige Schrift dazu?

 

Eph 2,4 Gott aber, der da reich ist an Erbarmen, hat durch seine große Liebe, womit er uns liebte,

 Eph 2,5 auch uns, die wir tot waren durch die Sünden, samt Christus lebendig gemacht. Aus Gnaden seid ihr gerettet -

 Eph 2,6 und hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen [Regionen] in Christus Jesus,

 Eph 2,7 auf dass er in den darauffolgenden Zeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade erzeigte durch Güte gegen uns in Christus Jesus.

 Eph 2,8 Denn durch die Gnade seid ihr gerettet, vermittels des Glaubens, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es;

 Eph 2,9 nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.

 

Ich denke, dass aus dieser Bibelstelle deutlich wird, dass der Mensch durch Glauben und durch die Gnade Gottes gerettet ist und nicht durch die Taufe das Geschenk des Heils empfängt.

 

4. „Mit dieser Erklärung möchte der Theologische Arbeitskreis zunächst, aber nicht nur, die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Raum der 14)Gemeinschaftsbewegung ansprechen. Sie soll zu einer fruchtbaren Auseinandersetzung anregen und hoffentlich zu einem größeren Verständnis und Konsens in der Tauffrage beitragen“.

 

14)Gemeinschaftsbewegung – Dies ist ein Sammelbegriff für zahlreiche einzelne Gemeinschaften aus dem evangelischen Spektrum. Die Ausarbeitung der Tauflehre des Theologischen Arbeitskreises ist verbindlich für die einzelnen Gruppierungen. Eine dieser Gemeinschaften ist z.B. auch die Altpietistische Gemeinschaft, kurz „Apis“ genannt. Allen Gemeinschaften ist zu eigen, dass es eine starke Anlehnung an die evangelische Kirche gibt und damit auch an deren Lehren. So sehen sich z.B. die „Apis“ als eine Gemeinschaft, die eigenständig innerhalb der Kirche ist. Wenn man so will, Kirche innerhalb der Kirche.

 

Neben einer öffentlichen Darlegung der Sicht der Kirche zur Tauffrage, scheint es doch, als sollte diese Erklärung zudem dazu dienen, die Leute innerhalb der Gemeinschaft einzuschwören und bei der Stange zu halten. Ich habe den Verdacht, mit dieser Erklärung soll versucht werden, die immer wieder aufkommenden Unruhen um das Taufverständnis zu beschwichtigen. Das vermute ich, ist die traurige Wahrheit. Darüber hinaus habe ich den Eindruck, eine fruchtbare Auseinandersetzung wird gar nicht gewünscht und abweichende Lehrmeinungen werden unterdrückt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wer nicht über kurz oder lang klein beigibt und sich der Lehrversion der Gemeinschaft anschließt, muss die kirchliche Struktur verlassen.

 

Deshalb ist die Erklärung auch nicht in der Lage, zu einem größeren Verständnis in der Tauffrage beizutragen, ganz im Gegenteil. Ein Konsens auf diesem vorgegebenen Lehrverständnis ist angesichts der deutlichen Abweichungen zur Lehre der Bibel eigentlich ausgeschlossen.

 

1. „Gleichzeitig erheben sich Widerstände gegen die Verbindung von Taufe und Mitgliedschaft in einer evangelischen Landeskirche. Man versteht in diesem Fall die Taufe als Akt der Eingliederung in die wahre, unsichtbare Gemeinde Jesu Christi und/oder in die jeweilige Gemeinschaft bzw. Gruppe vor Ort.“

 

Wo lehrt die Heilige Schrift auch nur im Ansatz, dass die Taufe dazu führt, dass man dadurch in eine Kirche hinein getauft wird? So gesehen brauchen sich die Verantwortlichen doch nicht wundern, wenn das „Kirchenvolk“ immer wieder aufbegehrt. Die Menschen brauchen nur ihre Bibel lesen und nachdenken.

Was sagt die Heilige Schrift zu diesem Thema?:

 

Apg 2,46 Und täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen das Brot in den Häusern, nahmen die Speise mit Frohlocken und in Einfalt des Herzens,

 Apg 2,47 lobten Gott und hatten Gunst bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich solche, die gerettet wurden, zur Gemeinde hinzu.

 

Der Herr tat hinzu, zu seiner Gemeinde. Er tat hinzu, die sich bekehrt hatten und die dadurch gerettet wurden. Diese bilden die wahre Gemeinde.

 

Ich habe den Eindruck, die evangelische Kirche hält es offensichtlich für nötig, hier tatkräftig nachzuhelfen. Das funktioniert auch seit ein paar hundert Jahren prächtig. Der Nachwuchs ist per Geburt gesichert. Es wird einfach hinzugetauft. Automatische Kirchenmitgliedschaft. Per Gesetz, also Hand in Hand mit der staatlichen Gewalt, wird der Täufling dann sein Leben lang zur Kasse gebeten. Kirchensteuer, so etwas gibt es fast nur in Deutschland.

 

2. „Diese Erklärung ist getragen von der Überzeugung, dass die Heilige Schrift für uns bindend ist und uns deshalb miteinander verbindet. Als evangelische Christen hören wir das Wort Gottes in Übereinstimmung mit den Bekenntnissen der Reformation.“

 

Es wäre wünschenswert, dass die Heilige Schrift wirklich bindend wäre. Dann dürfte es keine Lehrunterschiede geben. Verbunden wären wir dann alle durch das Wort Gottes und nicht durch unsere übereinstimmende Meinung. Das ist ein deutlicher Unterschied.

 

Evangelische Christen? Katholische Christen?  Warum dieser Zusatz? Entweder sind wir Christen, und zwar weil wir in Christus wiedergeboren sind, oder wir sind keine Christen. Wenn ich kein Christ bin, dann bin ich (sofern ich in das evangelische Haus gehöre,) ein getaufter und konfirmierter Heide.

 

Das Wort Gottes in Übereinstimmung mit den Bekenntnissen der Reformation zu bringen und daran festzuhalten, ist zu hinterfragen. Nur die Bibel kann Grundlage und Basis für eine Reformation einer Kirche sein. Keine Reformation kann sich neben die Heilige Schrift stellen oder gar darüber. Halten wird deshalb an der Heilige Schrift fest und nicht an Sterblichen. Auch Reformatoren sind nur Menschen. Solch ein Fundament hält nicht, weil es auf menschlicher Lehre und damit auf Sand gebaut ist.

 

7. „Entscheidend ist, dass im Gesamtzeugnis der Schrift Gott in der Taufe handelt, denn sie geschieht im Namen des dreieinigen Gottes.“

 

„...denn sie geschieht im Namen des dreieinigen Gottes“, das ist doch nun wirklich keine biblische Begründung, dass Gott in bzw. bei der Taufe handelt. Akzeptabel wäre diese Aussage nur dann, wenn sie durch die Schrift selbst untermauert würde. Die Heilige Schrift berichtet jedoch nichts darüber, was laut der evangelischen Kirche bei der Taufe geschieht. Die Frage ist deshalb erlaubt: Handelt Gott in der Taufe? Davon ist nirgends die Rede, vielmehr aber davon, dass der Mensch der Handelnde ist, und zwar einfach dadurch, dass er dem Willen Gottes gehorsam ist und sich taufen lässt.

 

Bereits mit der obigen Aussage „Gott handelt in der Taufe“ wird dieser Taufproblematik eine unangemessene sakramentale Bedeutung mit einem mystischen Charakter gegeben, die keinesfalls angebracht ist. Das ist katholisches Denken! Den Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Geistes anzurufen und dann das Wirken bzw. Handeln Gottes zu erwarten ist eine mystische Handlung und grenzt damit eher an Zauberei.

 

Gerade weil der Gesamtzusammenhang des biblischen Verständnisses vom Gnadauer Arbeitskreis so betont wird, fordere ich diesen Zusammenhang ein. Gerade das Gesamtzeugnis der Heiligen Schrift ist eindeutig und an zahlreichen Stellen belegt: „Wenn ihr glaubt, sollt ihr euch taufen lassen!“ Ich verstehe das so, wie es dasteht: Zuerst Glaube, verbunden mit Bekehrung und Wiedergeburt, dann Taufe. Der Täufling lässt sich taufen, weil er damit bestätigt, was er glaubt.

 

8 „Dadurch (durch die Taufe) werden Gottes Todesurteil und Gottes Lebensurteil am Täufling vollzogen, und er wird aufs Engste mit Jesus Christus verbunden: „Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln“ (Röm 6,3f; vgl. Kol 2,12).

 

Würde dieser Abschnitt in Verbindung mit der Taufe von Gläubigen betrachtet, so wäre dies völlig korrekt. Korrekt deshalb, weil vom Apostel Paulus im Brief an die Römer in Kap. 6 die geistige Bedeutung der Taufe erklärt wird. Dieser Text kann jedoch unter keinen Umständen in Zusammenhang mit der Taufe von Säuglingen, Kindern, Unmündigen oder gar Ungläubigen gebracht werden.

 

Wird dies trotzdem gemacht mit der Erklärung, dass durch den späteren Glauben die Taufe wirksam wird, dann sehen wir durch diesen Blickwinkel, dass die Taufe nach wie vor genau so sakramental betrachtet wird wie bei der katholischen Kirche. Dadurch nähern sich die zwei Lehrversionen wieder deutlich einander an.

 

„In einem neuen Leben wandeln“: Wo wandelt der Säugling in einem neuen Leben? Das ist doch gar nicht möglich. Nur ein Erwachsener, der sich bekehrt hat, wandelt in einem neuen Leben, weil er einen neuen Geist bekommen hat. Den neuen Geist hat er nicht durch die Taufe erhalten, sondern erst durch Bekehrung, sprich Wiedergeburt.

 

Wer sich mit dem Thema Taufe wirklich ernsthaft beschäftigt, der muss alle Bibelstellen zu diesem Thema im Neuen Testament nachschlagen. Dabei ist zu beachten, dass die einzelnen Bibelstellen im Gesamtzusammenhang gelesen und richtig zugeordnet werden.

 

9. „In Matthäus 28,18 verbindet Jesus Christus die Taufe mit seiner weltumspannenden Herrschaft. Indem Menschen >in Christus< getauft werden und dabei Jesus als der Herr angerufen und bekannt wird, weist die Taufe auf einen Herrschaftswechsel hin: Nicht nur sündige Taten werden vergeben; der Mensch wird auch von der Macht der Sünde befreit und zu einem Leben in Reinheit, Heiligkeit und Gerechtigkeit berufen. Somit gehören Taufe und neues Leben in Christus zusammen (vgl. Röm 6,1-11).“

 

Mt 28,18 Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

 Mt 28,19 So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes

 Mt 28,20 und lehrt sie alles halten was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit!

 

Über den Taufbefehl hatte ich bereits gesprochen. Jesus sucht Freiwillige, er sucht Menschen, die an ihn und an sein Erlösungswerk glauben. Jesus hat zu keiner Zeit einen Menschen gezwungen zu glauben oder sich taufen zu lassen. Er ist auch nicht gekommen, um auf Erden zu herrschen, sondern um zu dienen und um sein Leben als Lösegeld zu geben.

 

„Weltumspannende Herrschaft“ Herrschen wird Jesus erst nach seiner Wiederkunft im 1000-jährigen Reich.

 

Ich möchte Sie noch einmal ausdrücklich darauf aufmerksam machen, denn wir vergessen das so leicht, dass die Kirche bei diesem Lehrpunkt natürlich gedanklich immer von Kindertaufe ausgeht.

 

Die Kirche glaubt in Christus taufen zu können, und das ist verhängnisvoll.

 Der Begriff „in Christus“ taucht knapp achtzig Mal im Neuen Testament auf. Wer alle Schriftstellen nachliest und im Textzusammenhang betrachtet, der wird erkennen, dass – Regel ohne Ausnahme – dieser Begriff immer verwendet wird, um die Stellung eines Gläubigen oder einer biblischen Gemeinde zu dokumentieren.

In aller Deutlichkeit ist deshalb zu sagen, dass ein Mensch, der sich bekehrt hat, durch die Tatsache der Wiedergeburt, bei der er den Heiligen Geist empfangen hat, sich bereits „in Christus“ befindet. Damit ist die Stellung des Christen untermauert und seine Verbundenheit mit seinem Haupt, nämlich Jesus Christ aufgezeigt. Den gleichen verbindenden Gedankengang finden wir bei der Abhängigkeit vom Weinstock und den Reben.

 

Eph 2,4 Gott aber, der da reich ist an Erbarmen, hat durch seine große Liebe, womit er uns liebte,

 Eph 2,5 auch uns, die wir tot waren durch die Sünden, samt Christus lebendig gemacht - aus Gnaden seid ihr gerettet -

 Eph 2,6 und hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen [Regionen] in Christus Jesus,

 Eph 2,13 Nun aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst ferne wart, nahe gebracht worden durch das Blut Christi.

 

2Kor 5,17 Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!

 

2Tim 3,12 Und alle, die gottselig leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden.

 

Kann man es deutlicher ausdrücken? Es ist klar ersichtlich, dass mit dem Ausdruck „in Christus“ die Stellung eines Gläubigen gemeint ist.

 Die Kirche benutzt den Begriff, „in Christus (hinein)“ zu taufen. Sie geht weiter davon aus, dass Gott bei der Taufe handelt. Diese Gedankengänge sind fatal. Keine Taufe der Welt vermag das. Die Kirche verweist, um ihre These zu untermauern auf den Brief des Paulus an die Galater.

 

Gal 3,25 Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister;

 Gal 3,26 denn ihr alle seid Gottes Kinder durch den Glauben, in Christus Jesus;

 Gal 3,27 denn so viele von euch in Christus getauft sind, die haben Christus angezogen.

 

Ganz offensichtlich wird hier nicht erkannt, dass diese Aussage der Schrift, nichts, aber auch gar nichts mit Taufe zu tun hat. Hier geht es ausschließlich um Bekehrung und damit wiederum um die Stellung eines Gläubigen. Der Wiedergeborene ist in Christus und in dieser Stellung wird er getauft.

 

Sie können jetzt sicher besser nachvollziehen, warum ich mit Bemerkungen wie z.B.: „In Übereinstimmungen mit den Bekenntnissen der Reformation“ nicht mitgehen kann. Natürlich war die Reformation ein unermesslicher Segen für Deutschland, aber es macht doch keinen Sinn, Versäumnisse und Irrtümer aus dieser Zeit Jahrhunderte lang mitzuschleppen und gar noch zu pflegen.

 

Falsche Rückschlüsse führen nun einmal zu falschen Ergebnissen. Wenn man Säuglinge taufen will und auch allen Ernstes glaubt, dass Gott in der Taufe handelt und wenn man davon ausgeht in Christus taufen zu können, so braucht man dafür biblische Begründungen. Es verwundert deshalb nicht, dass die Kirche meint in Matthäus 28,18-20 eine Lösung zu finden. Dieser Taufbefehl wird von den Großkirchen missbraucht, um zu suggerieren, dass vor dem Glauben durchaus die Taufe kommen kann und erst später die Verkündigung des Evangeliums erfolgt. Das ist schlicht nicht korrekt.

 

Dabei wird behauptet, die Reihenfolge, erst Glaube und dann Taufe, sei nicht zwingend notwendig. Man dreht diese Reihenfolge willkürlich um. Wer den Text jedoch im Zusammenhang liest, der wird unschwer erkennen, dass in der Aussage „macht zu Jüngern“ selbstverständlich steckt, dass zuerst das Evangelium verkündigt wurde. Wer sich dann bekehrt, indem er das Wort der Wahrheit annimmt, der ist bereits Jünger geworden und darf dann getauft werden.

 

Folgt man jedoch dem irreführenden Gedankengang, dass Säuglinge getauft werden können, dann hat dies unabsehbare Folgen. Dann wäre nicht nur die Kindertaufe möglich, sondern auch die Taufe von Erwachsenen und nicht gläubigen Menschen. Ich will sogar noch weiter gehen und behaupten, dass bei diesen Überlegungen die katholische Zwangschristianisierung mit den damit verbundenen Zwangstaufen gerechtfertigt werden könnte.

 

Vor allem in Südamerika wurde unter der katholisch-spanischen Führung das indianische Volk zwangsweise bekehrt und dann getauft. Da die Indianer dadurch natürlich keine Christen wurden und ihren Götzendienst hätten weiterhin pflegen können, kam es vor, dass sie sofort nach der Taufe umgebracht wurden in der irrigen Annahme, dass sie ja durch die Taufe gerettet seien: Verbrechen im Namen Gottes.

 

Die Schlussfolgerung aus dieser Betrachtung kann nur sein: „Christus wohnt durch die Tatsache der Wiedergeburt in mir. (= Gottes Handeln). Ich lasse mich, nachdem ich gläubig geworden bin auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes taufen. (= Glaubensgehorsam des Menschen und damit menschliches Handeln). Dadurch ist die Taufe auf genau den Stand reduziert, der angebracht ist. Der Gläubige ist gehorsam und folgt dem Taufbefehl. Der Gläubige bestätigt mit dem Taufakt genau das, was er glaubt. Jetzt trifft Römer 6,1 ff zu - vorher nicht.

 

Liegt kein eigener rettender Glaube vor, dann hat auch nach biblischem Verständnis keine Taufe stattgefunden, sondern lediglich eine völlig willkürliche, sinnlose, religiöse Zeremonie, eine Besprengung mit ein paar Tropfen Wasser, die sich Taufe nennt, ohne es in Wirklichkeit zu sein.

 

Nur wer sich letztlich unvoreingenommen, aber konsequent mit dem Thema Taufe beschäftigt, wird die biblische Linie erkennen. Wer einfach auf die Lehre seiner Kirche, wie immer diese sich nennen mag, vertraut, wird letztendlich darin gebunden und gefangen bleiben.

„Herrschaftswechsel“: Die Gedankengänge und die Forderung der Kirche, bezüglich des Herrschaftswechsels sind sehr gut und auch aufschlussreich. Auch die Aussagen, dass die Taufe und neues Leben zusammen gehören, sind ausgezeichnet. Wir wissen alle, dass neues Leben dann geschieht, wenn ein Mensch Gott findet, wenn er Gottes Ruf folgt und sich bekehrt. Ist dies alles geschehen und das neue Leben eingekehrt, dann spricht nichts gegen die Taufe.

 

An dieser Aussage ist doch deutlich zu erkennen, dass eine Taufe ohne neues Leben sinnlos ist. Was soll eine Taufe von Säuglingen? Wo soll da ein Herrschaftswechsel stattgefunden haben, und wo ist da neues Leben entstanden oder zu entdecken?

 

„Somit gehören Taufe und neues Leben in Christus zusammen“. Exakter kann man das gar nicht ausdrücken, wie die Kirche es hier postuliert. Eine bessere Begründung gegen die Kindertaufe gibt es gar nicht. Warum hält sich die evangelische Kirche nicht an ihre eigene Erkenntnis?

 

10. „Damit ist die Taufe ein personales Geschehen zwischen Gott und dem Menschen. Der Getaufte erhält nicht etwas. Vielmehr tritt Christus selbst durch sein Wort und seinen Geist in Beziehung zu ihm. Deshalb ist die Taufe weder ein bloßes Symbolgeschehen noch eine magische Handlung, sondern in ihr spricht Gott den Menschen unverwechselbar, einmalig und persönlich sein Heil zu.“

 

Sehen Sie, auch bei dieser obigen Aussage dürfen wir nie aus den Augen verlieren, dass die Schreiber dieser Zeilen, sich auf die Taufe von Säuglingen beziehen.

 

„Der Getaufte erhält nicht etwas [...] aber in der Taufe [...] spricht Gott den Menschen unverwechselbar [...] einmalig und persönlich [...] sein Heil zu.“

 

Lieber Leser, glauben Sie das?

 

Wenn Gott tatsächlich durch die Taufe sein Heil zusagen würde, dann bräuchten sich diese Menschen gar nicht mehr bekehren, weil sie bereits gerettet sind. Zumindest aber wäre zu erwarten, dass sich alle Menschen, die als Säuglinge getauft wurden, später bekehren. Geschieht das? Wenn diese Heilszusage tatsächlich durch die Taufe gegeben wäre, und die Menschen bekehrten sich trotzdem nicht, dann wären als logische Konsequenz trotzdem alle gerettet, weil es eine Zusage Gottes an den Täufling bezüglich des Heils gibt. Gott lügt nicht, und seine Zusagen hält er gewiss.

 

Erkennen Sie, dass wir durch diese angebliche Heilszusage in der Taufe der Irrlehre der so genannten Allversöhnung immer näher kommen?

 

Außerdem würde diese Kirchenlehre letztlich zu der grotesken Situation führen, dass getaufte und ungläubige Menschen gerettet sind und dass ungetaufte, aber gläubige Menschen verloren gehen. Damit liegt jetzt bei diesen abwegigen Gedankengängen das Heil der Errettung in der Taufe. Spätestens jetzt sind wir auf dem klassischen Weg der Selbsterlösung, und das ist Religion!

 

11. „In der Praxis der Taufe glaubender Erwachsener wird die Antwort des Menschen auf Gottes Handeln betont. Obwohl wir die Gefahr für relativ groß halten, dass sich dadurch Glaubende mehr auf ihre menschliche Entscheidung verlassen als auf Gottes Heilshandeln, respektieren wir die Entscheidung für die Erwachsenentaufe. Abzulehnen ist aufgrund des biblischen Zeugnisses eine Wiedertaufpraxis, weil sie Gottes Zusage bei der vorausgegangenen Taufe nicht ernst nimmt, ja sogar verneint.“

 

Die Entscheidung für die Erwachsenentaufe wird von der Kirche respektiert, aber nicht aus Einsicht, sondern aus der Not heraus. Da wir nicht mehr im Mittelalter leben, als die Menschheit von der Kirche gezwungen wurde, ihre Kinder zu taufen, kommt es immer häufiger vor, dass – und das ist sehr bemerkenswert – vor allem gläubige Eltern, die sich über diese Problematik Gedanken gemacht haben, ihre Kinder nicht taufen lassen.

 

So gesehen bleibt der Kirche doch gar nichts anderes übrig, als zu einem späteren Zeitpunkt zu taufen, um dadurch die Menschen doch noch in die Kirche aufnehmen zu können. Was sich so großzügig und gönnerhaft anhört: „Beide Wege sind möglich; Säuglingstaufe oder Erwachsenentaufe“ entspricht keineswegs der Einsicht der Kirche.

 

„Abzulehnen ist aufgrund des biblischen Zeugnisses eine Wiedertaufpraxis“: Klar ist, dass es sich hier nicht um ein biblisches Zeugnis, sondern um die Sicht der Kirche handelt. Die Heilige Schrift ist jedoch der Maßstab aller Dinge und nicht die Sicht einer Kirche.

 

Schade, dass gerade der Kirche die Tauffrage so wichtig ist und sie deshalb mit der Taufe nicht warten kann, bis die Zeit dafür gekommen ist. So wird der Weg zu einer späteren biblischen Taufe bereits im Säuglingsalter verbaut. Wehe diese Taufe geschieht später, wenn ein Mensch zum Glauben kommt doch, dann wird aus einem (dann) echten Christen, der dem Wort Gottes gehorsam ist, ein „Wiedertäufer“.

 

Ist diese Situation nicht grotesk? Diesen „Wiedertäufern“ erlaubt man dann noch, in der Kirche zu bleiben, denn auf die Kirchensteuer möchte man nicht verzichten, aber das Kirchenrecht verbietet ihnen jegliche Aktivität innerhalb der Kirche. Verlassen diese so genannten „Wiedertäufer“ dann die Kirchengemeinde, dann ist das Geschrei groß. So verliert die Kirche ihre besten Leute und merkt es nicht einmal.

 

Sagen Sie mir, lieber Leser, wer ist für diese Entwicklung eigentlich verantwortlich? Wer trägt die Schuld? Der „noch einmal Täufling“ oder die Kirche?

 

Irgendeine Zusage Gottes bei der Taufe von Säuglingen ist für mich aus der Schrift nicht erkennbar. Deshalb lehne ich diese Aussage ausdrücklich ab. Genau aus dieser Tatsache heraus praktizieren Gläubige, die sich nach ihrer Bekehrung taufen lassen, auch keine so genannte Wiedertaufe, sondern sie gehorchen lediglich der Aufforderung des Herrn Jesus Christus.

 

Ich selbst habe Gott im Alter von 33 Jahren gefunden. Sollte ich jetzt im Glauben meine Kindertaufe, an die ich mich so schlecht erinnern kann, annehmen? Nein! Ich wurde nach biblischen Maßstäben nie getauft und deshalb ist gar nicht von Wiedertaufe zu sprechen. Es liegt auch keineswegs eine zweite Taufe vor, wie dies irrtümlich von der Kirche behauptet und unterstellt wird.

 

Erinnern möchte ich bei dieser Gelegenheit an die Kirchengeschichte. Nicht nur die katholische, sondern auch die protestantische Kirche hat die so genannten Wiedertäufer  verfolgt. Nachweislich haben viele Tausende dieser Täufer  ihr Leben verloren. Luther hat persönlich entsprechende Dekrete unterschrieben und ist damit schuldig geworden. (s. dazu Kirchengeschichte: „Die Taufgesinnten Gemeinden“ von S.H. Geiser). Die Täufer  wurden auf brutalste Weise verfolgt, gefoltert, gerädert, ersäuft und bei lebendigem Leibe verbrannt.

 

Diese Verbrechen geschahen wegen der Tauffrage. Die Anschuldigung der Kirchen gegen diese Menschen: Wiedertäufer! Gotteslästerer!  Dafür sind diese Menschen gestorben. Das ist die traurige, aber nachprüfbare Wahrheit.

 

12. „Es verwundert nicht, wenn vor allem aus dem Heidentum kommende Eltern in der frühen Christenheit für die ihnen geborenen Kinder vor allem ein Interesse hatten: Auch unsere Kinder sollen an Gottes Heil und Schutz Anteil haben; sie sollen nicht fern von seiner Gemeinde, seinem Geist, seiner Herrschaft und Barmherzigkeit leben; man kann die Kinder doch nicht unter der Herrschaft gottwidriger Mächte lassen!“ (Deshalb wurde und wird getauft)

 

Eine schöne, zu Herzen gehende Geschichte. Wer versteht das nicht? Habt doch Mitleid! Aus menschlichen Philosophien heraus wird getauft, weil man dann noch den folgenden Gedanken anbringen kann: Das Kind ist gerettet, auch wenn es sterben sollte. Wer möchte solch einen Rettungsanker nicht? Leider ist das nur eine Geschichte und ein frommer Wunsch!

 

13. „Als einmaliger und unwiederholbarer Akt bleibt die Taufe grundlegend für das gesamte Leben des Christen. Von der Taufe aus wird das neue Leben als Leben in Christus erkannt. Die Verkündigung ruft zu dem zurück, was Gott in der Taufe getan hat: Wir werden daran erinnert, was dort an uns geschehen ist........ Entspricht (dieses Leben) diesem Handeln Gottes, ist es Leben aus der Taufe?........... das Geschenk zu bezeugen, das Gott ihr (der Kirche) in der Taufe macht: Hier eignet er seine Gnade zu und befähigt, aus ihr zu leben.“

 

Sehr fromme Gedankengänge. Sehr schön ausgeschmückte Begriffe ohne biblischen Hintergrund, die letztlich mehr Fragen offen lassen, als sie beantworten.

 

Stichpunktartig deshalb nur einige Gegenfragen:

 

Einmaliger und unwiederholbarer Akt: Wo steht das in der Schrift? Wenn man nicht die biblisch  richtige Taufe hat, ist es korrekt, sich noch einmal taufen zu lassen! (Apg 19)

 Grundlegend für das gesamte Leben des Christen: Ist die Taufe die Lebensgrundlage?

 1.Kor 3,11 Denn einen andern Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

 Von der Taufe aus .... als Leben in Christus..: Was bedeutet das? Auch hier ist zu sagen, dass der Mensch nicht von der Taufe aus das ewige Leben erlangt, sondern durch Bekehrung d.h. Wiedergeburt.

 Was Gott in der Taufe getan hat..: Was hat er getan? Biblische Begründung?

Wir werden daran erinnert, was an uns geschehen ist: Was ist geschehen?

 Gemeinde Jesu Christ ...: Wer ist die Gemeinde Jesu Christi? Die Namenschristenheit? Die Amtskirche?

 Das wird in der Taufe sichtbar: Was wird sichtbar?

“Leben aus der Taufe“: Was ist damit gemeint?

Hier eignet er seine Gnade zu ...: Welche Gnade bei der Taufe?

 

14. „Du bist getauft. Damit hat der allmächtige Gott die Herrschaft über dein Leben angetreten; er lässt dich auch jetzt nicht aus seiner Hand fallen; dafür hat er sich in der Taufe als Brief und Siegel seines Handelns verbürgt. Er trägt dich durch, auch wenn du nichts mehr weißt, glaubst oder fühlst.“............ „Auch an dieser Stelle wird letztlich alles darauf ankommen, ob die eigene Kritik an möglicherweise fremd gewordenen kirchlichen Handlungen den Maßstab für das Verhalten abgibt; oder ob man bereit ist, auf den Reichtum biblisch-theologischer Lehre aufmerksam zu hören..........“

 

Damit hat der allmächtige Gott die Herrschaft über dein Leben angetreten. Geschieht dies durch die Taufe? Bisher konnte ich dies bei keinem Säugling feststellen.

ob man bereit ist, auf den Reichtum biblisch-theologischer Lehre aufmerksam zu hören.

 Sollen wir nicht lieber auf Gottes Wort hören?

 

15. „Das Neue Testament berichtet verschiedentlich, dass die Apostel Menschen mit ihren ganzen Häusern tauften (Apg. 16,15,31; 18,8; 1. Kor. 1,16). Zum Haus gehörten damals die Glieder einer Familie, auch unmündige Kinder und/oder Sklaven. So betrachteten die Apostel es als dem Evangelium gemäß, unmündige Kinder in die Taufe einzubeziehen.“

 

Dass dies so war, ist reine Spekulation. Mehr noch, es ist eine Lüge. Mit dieser Aussage werden Menschen manipuliert und in die Irre geführt. Sowohl das Selbstzeugnis der Bibel, als auch die Kirchengeschichte sprechen eine völlig andere Sprache. Das letzte Buch des Neuen Testaments, die Offenbarung des Johannes, wurde zwischen 90 und 95 nach Christus geschrieben. In der Bibel finden sich keinerlei Hinweise auf die Taufe von Säuglingen. In den ersten 1 ½ Jahrhunderten nach Christus wurde keine Kindertaufe praktiziert. Erst danach kam diese bedauerliche Kirchenlehre auf. Die ersten außerbiblischen Zeugnisse, dass Kinder getauft wurden, datieren aus dem Jahr 175 nach Christus. Jeder meiner Leser kann leicht erkennen, dass bei der Aussage der Kirche etwas nicht stimmt, denn die sieben Sakramente wurden erst im 12. Jahrhundert Dogma der katholischen Kirche und damit angeblich unumstößlich.

 

16 „Die Taufe ist nicht in erster Linie Bekenntnisakt,

sondern Gottes Heilszusage über dem Täufling.“

 

Lehrt das die Heilige Schrift?

 

1.Petr 3,21  welches jetzt auch uns in einem bildlichen Sinn rettet in der Taufe, die nicht ein Abtun der Unreinheit des Fleisches ist, sondern das Zeugnis eines guten Gewissens vor Gott durch die Auferstehung Jesu Christi.

 

Der Text sagt, dass die Taufe das Zeugnis eines guten Gewissens vor Gott ist. Es handelt sich hier also um ein Bekenntnis des Gläubigen und nicht um die Heilszusage Gottes.

 

17. „Taufe ist damit Aufnahme in eine sichtbare Gemeinde, die zur geistlichen Identität und Heimatfindung beiträgt.“

 

Das ist offenbar der wahre Grund für die Kindertaufe der Kirchen. Gerade diese Kirche als Heimat gilt es zu erhalten und zu verteidigen. Gerade deshalb wird in die Kirche hinein getauft, obwohl das dem Gedankengang der Schrift nicht entspricht. Es geht nicht nur um die Identität und Heimatfindung, nein, durch die Lehre der Kirche findet eine ungeheure Bindung an die Kirche statt. So entfaltet die Kirche ihre Macht über die Seelen.

 

 Grundsätzlich ist als Zusammenfassung der vorangegangenen Punkte festzuhalten: Bezüglich der Tauflehre wird der Taufgrund völlig falsch gelegt. Säuglingstaufe ist reine Menschenlehre und ein Machtmittel für die Kirche. Menschen werden nicht in Christus getauft, sondern in die Kirche hinein.

 

Die Heilige Schrift lehrt: Wer gläubig wird, wird von Gott zu seiner Gemeinde hinzugetan. Durch das Wunder der Wiedergeburt, das Gott im Herzen eines Menschen wirkt, ist dieser in Christus, ob er getauft ist oder nicht.

 

Die Taufphilosophie der Kirche führt dazu, dass später eine Konfirmation notwendig wird, die ich vergeblich in meiner Bibel suche. Nach dieser Konfirmation hat man Scheinchristen. Kein Schein der Kirche fehlt, aber es fehlt das Leben aus Gott. Das sind dann Christen ohne Christus, Namenschristen, die Jesu Tod und Auferstehung nie für sich selbst angenommen haben.

 

Offb 3,1 Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt der, welcher die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich weiß deine Werke: du hast den Namen, dass du lebest, und bist tot.

 

VIII. Widerspruch

 

Dem Wesen aller Sekten ist es gemein, auf unklaren Bibelstellen ihre Sonderlehren aufzubauen. Schwierige Bibelstellen werden unterschiedlich ausgelegt und interpretiert. Biblische Zusammenhänge werden ignoriert, um eine Sonderlehre schaffen zu können, oder damit eine vorgefasste falsche Lehrhaltung zu stützen.

 

Dass wir uns richtig verstehen: Ich behaupte hier nicht pauschal, dass die evangelische Kirche, die eine falsche Tauflehre praktiziert, eine Sekte ist, aber ich behaupte, dass die Kirche in diesem Lehrpunkt die Schrift missbraucht, um ihre Tauflehre zu begründen. Ob diese Irreführung bewusst oder unbewusst geschieht, darüber möchte ich weder urteilen noch richten.

 

Bereits Dr. Martin Luther vertrat in einer Übergangsphase die Überzeugung, dass die Säuglingstaufe unbiblisch sei. Später nahm er diese Erkenntnis zurück. Aus welchen Gründen ist mir nicht bekannt, und eine Antwort darauf verliert sich im Dunkel der Geschichte. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es pragmatische Überlegungen waren, die ich auch rein menschlich, vor allem in Anbetracht der religiösen und politischen Umstände der damaligen Zeit, nachvollziehen kann. Das entschuldigt jedoch nicht, dass er einen falschen Weg einschlug.

 

Beim Schreiben dieses Büchleins, wurde mir deutlich, dass die Tauflehre der evangelischen Kirche zwar deren Fortbestand sichert, aber gleichzeitig in verhängnisvoller Weise auch ein geistliches Leichentuch ist. Die Mitglieder der Kirche werden systematisch über Kindertaufe und Konfirmation am Himmel vorbeigeführt. Zielverfehlung ist Sünde!

 

Die Mitglieder der evangelischen Kirche halten sich oft für Christen, ohne es in Wahrheit zu sein. Diese Tatsache ist die eigentliche Tragik. Jede Lehre, die Menschen dazu bringt, das Ziel zu verfehlen und dadurch in die Irre führt ist nun einmal eine Irrlehre, ob das nun zu hart ausgedrückt ist oder nicht.

 

 Es wurde ganz offensichtlich die biblische Linie und die Forderung Jesu Christi, die im Johannesevangelium Kap. 3 wohl am deutlichsten wird, verlassen:

 

Joh 3,3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen!

 Joh 3,4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweitenmal in seiner Mutter Schoß gehen und geboren werden?

 Joh 3,5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen!

 

Die Forderung Jesu Christi nach Buße, d.h. neuer Geburt aus Wasser und Geist, oder Wiedergeburt wurde ersetzt durch ein von Menschen geschaffenes religiöses System über Säuglingstaufe und Konfirmation.

 

Es ist gar nicht lange her, dass mich ein evangelischer Pfarrer als einen „falschen Bruder“ bezeichnet hat, weil er sich beim Oberkirchenrat in Stuttgart über mich erkundigt hat und deshalb wusste, wie ich über die Taufe denke. Sie sehen daran, wie schnell heute Menschen, die versuchen, sich eng an die Schrift zu halten, als Sektierer und Fundamentalisten abqualifiziert und diffamiert werden.

 

In der Regel führe ich Diffamierungen dieser Art auf eine gewisse Arroganz zurück, die mir schon des Öfteren begegnet ist. Menschen die dieses Verhalten an den Tag legen, sind nicht bereit, sich auf biblischer Grundlage mit Andersdenkenden auseinander zu setzen. Bietet man konkret ein Gespräch an, wird es in der Regel abgelehnt.

 

Diese Menschen verstecken sich hinter ihrer Kirche und deren seit Jahrhunderten gepflegten Tradition ohne zu überdenken und zu prüfen. Letztendlich fehlt aber auch das wirkliche Interesse sich die Frage zu stellen, was die Heilige Schrift tatsächlich lehrt. Solch ein Verhalten ist selbstherrlich.

 

Ich muss nicht Theologie studiert haben oder auf einer Bibelschule gewesen sein, um die Heilige Schrift zu verstehen. Seien Sie deshalb auf der Hut, wenn ein Theologe versucht, Sie zu beeindrucken. Wenn Ihr Gesprächspartner auf den griechischen Urtext verweist, in dem angeblich etwas anderes steht, dann können Sie davon ausgehen, dass ihm die Argumente ausgegangen sind.

 

Die bekannten deutschen Übersetzungen sind ausgezeichnet. Die Schlachter-Übersetzung, die Elberfelder-Übersetzung, die Luther-Bibel und die Übersetzung von Prof. Herbert Jantzen sind textgenau. Leider liegt die Übersetzung von Jantzen nur für das Neue Testament vor.

 

IX. Ein denkwürdiger Abend

 

„Die Taufe“ - ein Sprengsatz für die Gemeinschaftsbewegung.“ So können wir im Faltblatt des Gnadauer Verbandes lesen. Wohl wahr! Deshalb wird auch immer wieder versucht, diesen Sprengsatz zu entschärfen. Die Schäfchen sollen auf Kurs gehalten werden. Das Thema Taufe war deshalb auch Lehrpunkt bei der Altpietistischen Gemeinschaft im Jahr 2005. Dem Leiter einer Ortsgruppe war es bei diesem Thema mulmig. Deshalb hatte er Verstärkung angefordert. Ein beeindruckender Herr, ein führender Mann, trug dann die Tauflehre der Kirche eingehend vor.

 

Eindrucksvoll mit sonorer Stimme und gelungenen Anekdoten führte er Regie an diesem Abend. Taktisch das muss man neidlos anerkennen, durchaus eine Meisterleistung. Andächtig und voller Ehrfurcht gegenüber solch einer kirchlichen Größe folgten die Zuhörer seinen Ausführungen. Am Schluss konnte man fast den Eindruck gewinnen, dass die Versammlung am liebsten aufgestanden wäre um stehend zu applaudieren. Tief durchatmen! Erleichterung! Die Zuhörer waren doch wieder beruhigt. Man war sich gewiss, dass, wenn dieser alte Bruder das so eindrucksvoll und verständlich erklärt, dann ist doch klar, dass unsere Kirche doch Recht hat mit der Säuglingstaufe.

 

Doch gegen Ende - ist es zu fassen? - wagen es doch ein paar Andersdenkende einige kritische Anmerkungen zu geben. Welch ein Skandal! Gerade hatten wir gehört, was unsere Kirche zur Taufe lehrt. Wie kann man auch nur den geringsten Zweifel daran haben? Der Tumult war perfekt, die Wogen schlugen hoch und in der gleichen Nacht wurde beschlossen, sich von solchen Störenfrieden brüderlich zu trennen.

 

Niemand hatte etwas bemerkt. Das hat mich doch am meisten schockiert. Niemandem der Kirchenmitglieder ist aufgegangen, dass hier ein Mann, aus meiner Sicht, Geschichten erzählt hatte, schlau ausgedacht, durchaus menschlich überzeugend und trotzdem dünkte es mich als wären es Märchengeschichten wie aus Tausendundeiner-Nacht. Augen und Ohren der Zuhörer waren verschlossen, und ihre Herzen waren aus Stein. So ist es, wenn der Mensch nicht auf Gottes Wort hören will. Dann ist alles vergeblich.

 

Sie glauben mir nicht?

 Nun, einen kleinen konkreten Einblick möchte ich Ihnen in diesen Abend hinein gewähren und dann urteilen Sie bitte selbst:

 

1. Wie war das mit der Bekehrung der Lydia?

 

 Erinnern Sie sich?

Ich wiederhole kurz:

 

Apg 16,14 Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; und der Herr tat ihr das Herz auf, dass sie acht hatte auf das, was von Paulus geredet wurde.

 Apg 16,15 Als sie aber samt ihrem Hause getauft worden war, bat sie und sprach: Wenn ihr davon überzeugt seid, dass ich an den Herrn gläubig bin, so kommet in mein Haus und bleibet daselbst! Und sie nötigte uns.

 

Es war der achte biblische Bericht über eine Taufe, wie sie in der Urgemeinde abgelaufen ist. Lydia, die Purpurhändlerin, kommt zum Glauben und wird getauft. Wir haben festgestellt, dass alle Begebenheiten, die wir in der Heiligen Schrift nachgelesen haben, im Grunde immer nach einem sich ähnelnden Muster abgelaufen sind. Sie konnten vor allem erkennen, dass in allen biblischen Geschichten es eindeutig so war, dass das Evangelium verkündet wurde, die Menschen zugehört haben wie hier bei der Geschichte der Lydia, der Herr diesen das Herz auf tat, die Menschen sich bekehrt haben und dann getauft wurden.

 

So weit, so gut! Haben wir jetzt ein Problem? Nein, natürlich nicht! Ein Problem hat nur die Kirche, denn was nicht wahr sein kann, nicht wahr sein darf. Um dem Wort Gottes nicht gehorchen zu müssen, waren die Menschen zu allen Zeiten erfinderisch. Wie löst also die Kirche das Problem mit der Taufe?

 

Lesen Sie bitte, was ich mit eigenen Ohren gehört habe. Der Vertreter der Kirche machte folgende konkrete Aussage:

 

Die Tauflehre der Kirche zu Apostelgeschichte 16,14-15

 

- Gott tat der Lydia alleine das Herz auf.

 - Nur die Lydia hat sich bekehrt

 - Trotzdem wurde das ganze Haus der Lydia getauft.

 - Getauft wurden nicht nur unmündige Kinder, sondern auch ungläubige Erwachsene, also Knechte und Sklaven.

 - Alle im Haus der Lydia wurden getauft, auch die, die das Evangelium vorher gar nicht gehört hatten.

 

Ich habe dazu nur fünf Fragen an meine Leser:

 

- Steht das so im biblischen Text?

 - Lässt sich diese Schlussfolgerung aus dem Bericht ableiten?

 - Ist das wirklich der Wille Gottes?

 - Hat Jesus Christus das so gelehrt und gemeint?

 - Wurde hier der Text korrekt interpretiert?

 

Das müssen Sie selbst entscheiden, denn es hat für Sie ganz persönliche, folgenschwere und weitreichende Konsequenzen.

 

Apg 5,29 Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

 

Wenn Sie dieses Büchlein bis hierher gelesen haben, dann sind Sie sicher auch verwundert. Es geht Ihnen dann vermutlich wie mir. Ich konnte nur noch den Kopf schütteln. Dabei hatte ich den Eindruck, dass diese Sicht der Dinge mit vollem Ernst und voller Überzeugung dargelegt wurde. Das hat mich schockiert.

 Die Gedankengänge dieser Kirche kennt die Heilige Schrift nicht, und deshalb ist in ihr auch nichts dergleichen berichtet.

 

2. Die Kirche behauptet, Gott würde in der Taufe handeln.

 

Bitte gehen Sie jetzt gedanklich zum Punkt 7 der kirchlichen Tauflehre zurück. Dort wird behauptet: „Gott handelt in der Taufe“ Diese Aussage wurde auch an diesem Abend getroffen. Deshalb habe ich versucht, in einer kleinen Pause, - im engsten Kreis - über diese Behauptung mehr zu erfahren. Wie handelt Gott? Was macht Gott? Gibt es Beispiele für das Handeln Gottes?

 

Lieber Leser, auf diese Frage wurde mir geantwortet, dass wir uns eines Tages in der Ewigkeit wundern werden und dass wir staunen werden, wie viele Dinge es in der geistigen Welt gibt, die wir nicht verstehen können und die wir nicht wissen. So zum Beispiel:

 

2Kö 6,14 Da sandte er Pferde und Wagen und eine große Macht dorthin. Und sie kamen bei Nacht und umzingelten die Stadt.

 2Kö 6,15 Als nun der Diener des Mannes Gottes am Morgen früh aufstand und hinausging, siehe, da lag um die Stadt ein Heer mit Pferden und Wagen. Da sprach sein Knecht zu ihm: O weh, mein Herr! was wollen wir nun tun?

 2Kö 6,16 Er sprach: Fürchte dich nicht! Denn derer, die bei uns sind, sind mehr, als derer, die bei ihnen sind!

 2Kö 6,17 Und Elisa betete und sprach: HERR, öffne ihm doch die Augen, dass er sehe! Da öffnete der HERR dem Knecht die Augen, dass er sah. Und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen rings um Elisa her.

 

Auf das Gebet von Elisa hin, öffnet Gott dem Diener von Elisa die Augen. Hier sehen wir das Handeln Gottes, aber ich Frage Sie, lieber Leser: „Was hat hier das Handeln Gottes mit meiner Frage und mit der Taufe zu tun?“

 

Sie gestatten mir deshalb noch einmal meine Frage, ob Gott bei der Wassertaufe tatsächlich handelt, oder ob es nicht vielmehr so ist, dass der Mensch Handelnder sein soll, und zwar dadurch, dass er dem Willen Gottes einfach gehorcht. Mit nichts haben die Menschen aller Zeiten mehr Mühe als mit dem Gehorsam Gott gegenüber.

 

3. Wie wichtig ist denn die Taufe tatsächlich?

 

An diesem Abend wurde auch in den Raum gestellt, dass die „Wiedertäufer“ die Bedeutung der Taufe viel zu hoch ansiedeln. Ist die Taufe denn nicht so wichtig? Warum haben dann katholische und evangelische Kirche in einer Ökumene des Schreckens wegen so eines unwichtigen Lehrpunkts diese Menschen umgebracht? Mord! Das war eiskalter und gnadenloser Mord! Ich will nicht nachtragen, sondern vergeben. Ich will aber auch nicht vergessen, was passiert ist. Meine geistigen Vor-Vor-Väter haben diesen Streitpunkt mit ihrem Blut unterschrieben und bezahlt. Sie sind zum Teil singend dafür in den Tod gegangen. Ich jedenfalls werde dieses Martyrium, das sie durchlitten haben, nicht gering achten.

 

Lesen Sie die Kirchengeschichte. Lesen Sie die Geschichte der Waldenser, der Hugenotten, der Täuferbewegung. Schreckliche Dinge sind passiert im Namen Gottes. Die Kirchen haben dabei eine unrühmliche Rolle gespielt. Dann schauen Sie sich bitte die Lebensgeschichte der Reformatoren z.B. eines Dr. Martin Luther, eines Calvin oder Zwingli an, und Sie werden verstehen, warum die Kirche heute so ist, wie sie ist.

 

Der Kirche kann es doch mit der Taufe nicht schnell genug gehen, und sie tauft die Säuglinge. Die Kirche hat doch das größte Problem damit, wenn aus ihren Reihen Menschen gläubig werden und sich dann taufen lassen. Weshalb wird gerade von der Kirche oft die Stelle aus dem Brief des Paulus an die Epheser zitiert: „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“

 

Eph 4,5 ein Herr, ein Glaube, eine Taufe;

1 Herr 1 Glaube 1 Taufe

 seltsam, aber zwei Taufwege?

 Säuglings- und Erwachsenentaufe, beides ist möglich?

 

Wie wichtig ist die Taufe tatsächlich? Ich weiß es nicht! Es tut mir wirklich aufrichtig leid, aber ich kann Ihnen nur sagen, dass wir rein vom praktischen Tun her nur zu zwei Handlungen aufgerufen sind, zur Taufe und zum Abendmahl.

 

- Das Abendmahl

 

1Kor 11,24 Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird, solches tut zu meinem Gedächtnis!

 1Kor 11,25 Desgleichen auch den Kelch, nach dem Mahl, indem er sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; solches tut, so oft ihr ihn trinket, zu meinem Gedächtnis!

 

Das Abendmahl ist ein reines Gedächtnismahl, an dem wir uns ganz bewusst erinnern sollen, was Jesus Christus für uns getan hat. Das Brot steht für den gebrochenen Leib des HERRN. Der Wein symbolisiert das vergossene Blut des HERRN. Der wichtigste Aspekt ist jedoch, dass wir bei diesem Mahl nicht nur daran denken, dass Jesus Christus für uns gestorben ist, sondern dass er wiederkommt. Die Wiederkunft Jesu Christ; ist doch die Hoffnung aller Christen; deren wollen wir gedenken und daran wollen wir festhalten.

 

Es gibt Menschen, die glauben, durch die Einnahme des Abendmahls würden die Sünden vergeben. Das lehrt die Heilige Schrift nicht.

 

Mt 26,28 Denn das ist mein Blut des Bundes, welches für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden!

 

Im Blut ist das Leben. Das Blut Jesu Christi wurde vergossen. Dieses Blut des Neuen Bundes reinigt uns von aller Sünde. Wenn wir das im Glauben annehmen und unsere Sünden bekennen, dann werden uns die Sünden vergeben. Im Abendmahl gedenken wir dieser Tatsache.

 

Die Einnahme von Brot und Wein kann keine Sünden vergeben.

 Das wäre magisches Denken.

 

- Die Taufe

 

Mk 16,16 Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

 

Apg 22,16 Und nun, was zögerst du? Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst!

 

Und wenn ich mich trotzdem nicht Taufen lasse?

 

Lk 6,46 Was heißet ihr mich aber «Herr, Herr» und tut nicht, was ich sage?

 

Ihr Ja oder Ihr Nein zur Taufe, ist ganz allein Ihre Entscheidung. Die kann ich Ihnen nicht abnehmen. Wie unser HERR und Heiland Jesus Christus diese Entscheidung einmal in der Ewigkeit gewichten wird, vermag ich weder zu sagen noch zu beurteilen. Die Heilige Schrift gibt mir über diese Frage keine ausreichenden Informationen, und deshalb beginne ich nicht zu spekulieren. In diesem Spannungsfeld der Entscheidung müssen Sie leben.

 

Sie können einwenden:

„Ich nehme einfach jetzt, nachdem ich gläubig geworden bin, meine Säuglingstaufe im Glauben an“.

 

 Was möchten Sie denn annehmen? Etwas, das nicht stattgefunden hat? Das sind fromme Sprüche von Menschen, die lieber ehrlich zu sich selbst sein sollten und die deshalb lieber sagen sollten:

 

„Ich will nicht! Ich will dem Willen Gottes nicht gehorchen“

 

Es zwingt Sie doch keiner. Nur, dann habe ich die Bitte, dass Sie nicht über die Gnade Gottes reden und dass Sie nicht darüber fantasieren wie Sie Jesus Christus angeblich lieben. Die biblische Taufe hat schon ihren Preis!

 

Joh 12,42 Doch glaubten sogar von den Obersten viele an ihn, aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht von der Synagoge ausgestoßen würden.

 Joh 12,43 Denn die Ehre der Menschen war ihnen lieber als die Ehre Gottes.

 

X. Die Konfirmation

 

August Hermann Francke (22.03.1683 - 08.06.1727) gilt als der Begründer des Pietismus. Der geistige Zustand der Lutheraner war ihm eine Not. Die fehlenden geistigen Früchte trotz Taufe waren offensichtlich. In diese Zeit fallen auch die Anfänge der Konfirmation, d.h. der Einsegnung und Zulassung zum Abendmahl.

 

Bei der Betrachtung der oben geschilderten geschichtlichen Entwicklung wird verständlich, warum es über die Kindertaufe hinaus zu einer Konfirmation gekommen ist und diese notwendig wurde. Dies um so mehr, wenn man die drei Hauptlehrpunkte der evangelischen Kirche bezüglich der Taufe betrachtet.

 

Zur Erinnerung:

 

 - Gott handelt in der Taufe

 - Der allmächtige Gott hat die Herrschaft über Dein Leben angetreten

 - Taufe ist Gottes Heilszusage über dem Täufling

 

Ist es nicht erstaunlich, was Gott alles bei der Taufe gemacht haben soll? Da verwundert es doch sehr, dass ca. vierzehn Jahre nach der Taufe, bei der Konfirmation, der so genannte Taufbund erneuert werden muss. Ist das Band der Taufe rissig geworden? Bei dieser Erneuerung - das haben Sie schon gelesen - wird der Konfirmand gleichzeitig in die Gemeinde der Erwachsenen aufgenommen. Dieses Fest der Konfirmation stellt einen besonderen Tag der Kirche, der Eltern, Verwandten und Konfirmanden dar, an dem die Kirchen brechend voll sind.

 

An diesem Festtag könnte man fast meinen, alle wären von der Liebe Christi und seinem Evangelium bis ins Innerste durchdrungen. Welch eine Täuschung, welch ein Irrtum! Jeder Pfarrer sieht sich mit der Tatsache konfrontiert, dass fast alle Jugendlichen nach der Konfirmation nicht mehr zur Kirche kommen. Das weiß ich von mir selbst, denn es kam in mir eher das Gefühl auf:

 "Jetzt bist du fertig, jetzt bist du entlassen“.

 

Von einzelnen Ausnahmen abgesehen ist das die traurige Wirklichkeit, über die Sie sich nicht hinwegtäuschen dürfen und die von Zeit zu Zeit auch öffentlich zugegeben wird. Man erlässt dann Aufrufe an die Eltern, mehr hinter ihren Kindern her zu sein und sie zu den Gottesdiensten zu schicken. Die heutige Jugend lässt sich aber nicht mehr schicken. Sie verlangt nach Vorbildern. Wo sind die Eltern in der Kirche?

 Spätestens an diesem Punkt sollte man bemerken, dass etwas nicht stimmt. Ein wiedergeborener Christ besucht selbstverständlich den Gottesdienst, denn er kann ohne die geistliche Speise und die Erbauung durch Gottes Wort nicht leben.

 

Natürlich ist nichts gegen eine biblische Lehre einzuwenden, wenn diese dem Wort Gottes entsprechend im Konfirmandenunterricht weitergegeben wird. Aber was soll diese Konfirmation als kirchliches Fest? Die Konfirmanden leben nach der Konfirmation doch das gleiche Leben wie vorher auch. Die Schlussfolgerung daraus ist doch, dass bei der Konfirmation, bei der sie angeblich zu Christen geworden sein sollen, nichts passiert ist, und deshalb ist es ein frommer Selbstbetrug. Ich halte also fest: „Gott hat bei der Taufe nicht gehandelt und bei der Konfirmation auch nicht!“

 

Da gibt es doch diese schöne Geschichte mit dem Scheck, den Gott angeblich bei der Taufe ausgestellt hat. Diese Geschichte habe ich schon mehrfach aus kirchlichen Kreisen gehört. Dieser Scheck muss später eingelöst werden. Ob jetzt bei der Konfirmation der Einlöstag gekommen ist? Oder wird der Scheck später oder auch nie eingelöst?

 

Was passiert, wenn es trotz Lehrunterricht nicht zur Bekehrung kommt? Hat Gott einen falschen Scheck ausgestellt? Ist der Scheck geplatzt, oder lässt man ihn einfach verfallen?

 Ich wage zu behaupten - und Gottes Wort hat es uns bereits vor rund 2000 Jahren geweissagt - dass die Menschheit noch nie so gottlos und gottfern war wie gerade in unserer Zeit! Nicht nur bei der Jugend bricht mehr und mehr der antichristliche Geist durch. Der Begriff „Spaßgesellschaft“ kommt nicht von ungefähr. Die 68-er-Generation ist inzwischen an den Schalthebeln der Macht in dieser Republik. Sind das nicht tolle Vorbilder?

 

Das Vergnügen ist das angeblich wahre Leben. Es hat viele junge Menschen gefangen genommen, und mancher ist bereits in jungen Jahren straffällig geworden. Die Debatten in den Medien über die gestiegene Jugendkriminalität und härtere Strafen mögen zwar auch Wahlkampf sein, aber dadurch rückt wenigstens das eigentliche Problem, die Gottlosigkeit, einmal in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

 

Die Konfirmation ist kein Ersatz für die göttlich gewirkte Wiedergeburt. Die Bibel sagt, dass hinter jeder Abänderung und Verdrehung der Heilswahrheiten der Heiligen Schrift der Gegenspieler Gottes steht, denn der HERR bezeugt sich nur zur Wahrheit. Aus diesem Grund hat auch der Apostel Paulus so ernstlich gewarnt:

 

1Tim 4,1 Der Geist aber sagt deutlich, dass in spätern Zeiten etliche vom Glauben abfallen und verführerischen Geistern und Lehren der Dämonen anhangen werden,

 

 Gal 1,8 Aber wenn auch wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium predigen würde außer dem, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht!

 Gal 1,9 Wie wir zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium predigt außer dem, das ihr empfangen habt, der sei verflucht!

 

Die Welt bildet sich ein modern zu sein. Wir reden heute von globalen Verflechtungen. Mehr Menschen denn je sind jedoch nicht verflochten, sondern vereinsamt, suchen Hilfe und stellen die Sinnfrage. Das Evangelium wird auf moderne Weise mit viel christlichem Tamtam verkauft. Verkauft im wahrsten Sinne des Wortes. Ich glaube eher, dass es dem Satan gelungen ist, die Menschen mit irdischen Gütern und durch die Gier nach Geld, Ansehen, Ehre, Urlaub, Sex und Sport zu benebeln und zu berauschen.

 

Die Bergpredigt Jesu hat mehr denn je volle Gültigkeit. In ihr wird befohlen, nach dem zu trachten, was droben ist und nicht nach dem, was auf Erden ist. Wenn man heute modernste Autos, PCs, Handys und Maschinen auf dem Fließband fertigt und zu Tausenden täglich vom Stapel laufen lässt, so kann man trotzdem die Jugend auf dem „Konfirmationsfließband“ nicht zu Christen machen.

 

Ein reiner Festakt, der sich Konfirmation nennt, kann lediglich Christen ohne Christus schaffen. Christen ohne Christus sind jedoch geistige Leichen. Um Christ zu sein braucht es eine persönliche Entscheidung und keinen vorgeschrieben Ritus. Deshalb kommen aus dieser Praxis auch keine Christen. Unter diesem Aspekt kann man auch folgenden Satz aus der Bibel verstehen:

 

Mt 8,22 Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben!

 

Minus + Minus gibt kein Plus. Säuglingstaufe + Konfirmation gibt keine Jünger Jesu Christi. Ich denke, dass Sie erkannt haben, dass die Bibel keine Kindertaufe kennt. Praktiziert man diese trotzdem, dann braucht man wohl eine Taufbunderneuerung.

 

Der erste Fehler, lässt sich jedoch durch einen zweiten Fehler nicht beheben. Überlegen Sie folgenden Fall: „Zwei Menschen heiraten und nach 14 Jahren gehen sie zu ihrem Standesamt und erneuern ihr JA zu ihrer Ehe. Das nennt sich dann Heiratsbunderneuerung.“

 Haben Sie so etwas schon mal gehört? Nein? Ich auch nicht!

 

Statt einer biblischen Korrektur und damit verbundenen Umkehr kommt es leider eher zu weiteren Verirrungen. Die evangelische Kirche plant jetzt verstärkt: Tauferinnerungsgottesdienste. Was wird noch alles kommen?

 

Ich halte es für unverantwortlich von Theologen, durch die Konfirmation die Menschen irrezuführen. Gott bezeugt sich nicht in einem derartigen Treiben. Schauen Sie hinaus in die Welt. Schauen Sie sich den geistigen Zustand der Jugend und der Erwachsenen, die konfirmiert wurden, doch an. Fast alle diese fehlgeleiteten Menschen sind Heiden geblieben, während sie sich selbst für Christen halten. Das macht es auch so schwer, sie zu evangelisieren, denn Sie sagen mit einem gewissen Recht: „Ich glaube auch an Gott, was willst Du eigentlich? Ich bin doch getauft und konfirmiert“.

 

Wir erschrecken, wenn in den Medien von einem Mord berichtet wird, wenn ein Mensch einem anderen das Leben genommen hat. Bedenken Sie aber, dass der Prediger einer Irrlehre den Menschen das ewige Leben nimmt und sie für alle Ewigkeit verloren gehen. Was sagt Jesus Christus dazu?:

 

Mt 15,14 Lasset sie; sie sind blinde Blindenleiter. Wenn aber ein Blinder den andern leitet, werden beide in die Grube fallen.

 

Statt Wiedergeburt gibt es Konfirmation, und das ist Betrug. Kein einziges Wort steht davon in der Bibel. Lasst uns deshalb gemeinsam den biblischen Weg aufzeigen und gehen. Dann werden die Menschen die Wiedergeburt erleben, sich taufen lassen und ein neues, göttliches, geistliches Leben führen.

 

 Das aufklärende Büchlein zur Taufe,

durfte ich mit freundlicher Genehmigung

vom Autor Horst Niehues, online stellen.