Der alte Mann und Nikodemus

Rolf Müller

 

Die Kunde von Jesus verbreitete sich im ganzen Land. Überall wurde von ihm gesprochen. Wer ist dieser Jesus von Nazareth? Ein Schwärmer? Der Messias? Nikodemus wollte es genau wissen. Er suchte Klarheit in bestimmten Fragen. Er kam zu Jesus in der Nacht.

 

Der alte Mann findet es gut, dass er zu Jesus kam. Da war er an der richtigen Adresse. Den ganzen Inhalt des Gesprächs kann man in Johannes 3 nachlesen. Wie kommt man ins Reich Gottes? „Ihr müsst von neuem geboren werden.“ Das versteht der Nikodemus nicht. Er war ein Oberster der Juden. Er war Mitglied des Hohen Rats. Er war ein Schriftgelehrter. Jesus nennt ihn einen „Meister in Israel“. Trotz seiner Bildung ist er untauglich für Gottes Reich. Seine Schriftkenntnis ist keine Garantie fürs Himmelreich.

 

Nikodemus war ein Pharisäer, ein religiöser Mensch. Er glaubte an die Schrift. Er bemühte sich, das Gesetz zu erfüllen. Man konnte ihm eine gewisse Frömmigkeit nicht absprechen. Jesus sagt ihm: „Ihr müsst von neuem geboren werden.“ Das hat Nikodemus noch nie gehört. Er fragt, wie das möglich sein soll. „Wie kann ein Mensch geboren werden wenn er alt ist?“

 

Der alte Mann weiß, dass die Wiedergeburt allein Gottes Werk ist. Der Mensch wird wiedergeboren aus Wasser und Geist. Es ist eine Geburt aus der schöpferischen Kraft des Heiligen Geistes. Jesus vergleicht den Geist mit dem Wind. Der weht, wo er will. Der Geist ist souverän. Man kann ihn nicht manipulieren. Wen der Geist erfasst, den lässt er nicht wieder los. Neben dem Geist nennt der Herr das Wasser. Damit ist nicht eine Wassertaufe gemeint. Taufwiedergeburt lehrt die Bibel nicht. Wasser steht hier für das Wort Gottes. An anderer Stelle spricht die Bibel vom „Wasserbad im Wort“.

 

Die Verkündigung des Wortes Gottes muss der Heilige Geist leiten. Weder durch den Geist ohne das Wort noch durch das Wort ohne den Geist wird der Mensch wiedergeboren. Wir haben im Evangelium das rettende Wort und den wirkenden Geist. (1. Petrus 1,23; Jakobus 1,18).

 

Der alte Mann weiß, dass die Wiedergeburt Wirklichkeit wird, wenn ein Mensch zum Glauben an den Herrn Jesus Christus gekommen ist. „Auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“. Auf die Person und das Werk Christi setzen wir unsere Hoffnung und Zuversicht. Das ist der alleinseligmachende Glaube, der den Heiligen übergeben worden ist.

 

Der alte Mann ist dankbar, dass in dem Zwiegespräch zwischen Jesus und Nikodemus klar und deutlich grundsätzliches über das Reich Gottes ausgesprochen wurde. Das Reich Gottes ist ein Reich, das nicht von dieser Welt ist. Es ist ein Reich, das nicht mit äußeren Gebärden kommt. Im Reich Gottes herrschen Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Dem Nikodemus wurde es klar, dass mit Jesus von Nazareth das Reich Gottes zu den Menschen kam.

 

Jesus kam, uns zu erlösen:

Preiset den Herrn!

Er zertrat die Macht des Bösen:

Preiset den Herrn!

Sünder, ihr habt nichts zu tun,

als die Gnade zu erfassen

und euch reinigen zu lassen.

Preiset den Herrn!

 

Selber kann mans nicht erzwingen.

Lobet den Herrn!

Jesus nur kann es vollbringen.

Lobet den Herrn!

Er nahm mir die Fesseln ab,

hat dafür ein neues Leben,

Kraft und Frieden mir gegeben.

Lobet den Herrn!

 

Allen ist das Heil erschienen:

Danket dem Herrn!

Keiner muss dem Laster dienen:

Danket dem Herrn!

Keiner muss verlorengehn!

Sagt es allen hier auf Erden:

„Wer da will, kann selig werden.“

Danket dem Herrn!

 

(Johanna Meyer).

 

 Mit freundlicher Genehmigung

Autor: Rolf Müller