Der alte Mann und die Frau in der Gemeinde

 Rolf Müller

 

Der alte Mann liest in 1. Mose Kapitel 1 und 2, dass Gott den Menschen nach seinem Plan und Willen geschaffen hat. Er hat den Menschen bewusst als Mann und Frau erschaffen. Bei der Schöpfung war kein Gender-Wahn im Spiel. Gottes Schöpfungsordnung ist das Fundament für die Welt. Gott hat für den Mann und für die Frau bestimmte Eigenschaften und Aufgaben vorgesehen. Kein Mensch darf sich anmaßen, Gottes guten Plan zu ändern. Mann und Frau sind bei Gott gleichwertig und haben beide Anteil an Gottes Segen.

 

Der alte Mann liest, dass Gott zuerst den Mann schuf. Die Frau wurde später aus dem Mann gebildet. Diese Reihenfolge entspricht Gottes Absicht. Gott hat in seiner Souveränität eine klare Abstufung der Autorität festgelegt. „Ich will aber, dass ihr wisst, dass der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, der Mann aber das Haupt der Frau, Gott aber das Haupt des Christus“ (1. Kor. 11,3). Das ist der Wille Gottes. Es ist kein Grund zur Rebellion oder zum Murren. Niemand wird benachteiligt.

 

„Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus“ (Gal. 3,28). Mann und Frau sind beide Erben der Gnade. Gottes Liebe und Gnade gelten dem Mann wie der Frau. Die biblische Unterordnung der Frau unter den Mann hat nichts mit Unterdrückung zu tun. Es ist die bewusste Anerkennung von Gottes Lebensordnungen. Gott hat es so gewollt. Wenn es uns nicht passt, müssen wir die Bitte „Dein Wille geschehe“ aus dem Vaterunser streichen. Mangelnde Unterordnung richtet sich gegen Gott.

 

Der alte Mann liest, dass Unterordnung nicht bedeutet, dass die Frau wie eine Sklavin immer alle Anordnungen des Mannes schweigend ausführt. Sie kann und soll ihre Einwände und Bedenken gegen eine Entscheidung ihres Mannes zum Ausdruck bringen.

 

Der alte Mann weiß, dass eine solche Einstellung heute nicht gefragt ist. Der Zeitgeist macht alle Autorität verächtlich, vor allem auch die Autorität Gottes. Daraus erwächst keine gute Frucht, das bringt geistlichen Schaden. Auflehnung gegen Gott ist Sünde. Gottes Segen liegt auf dem Befolgen seines Wortes.

 

Der alte Mann weiß, dass es kritisch wird, wenn heute die Stellung der Frau in der Gemeinde zum Thema gemacht wird. Um diese Frage gibt es kontroverse Diskussionen in vielen Gemeinden, die Wogen schlagen hoch. Ist das Wort Gottes heute noch gültig? Hat Gott die schöpfungsgemäße Unterordnung der Frau in der Gemeinde unter den Mann aufgehoben? Beruft Gott nach Begabung oder nach Geschlecht?

 

Der alte Mann liest, dass die Grundlagen der Apostellehre lauten: „Der Mann ist nach dem Willen Gottes das Haupt (1. Kor. 11,3; Eph. 5,23). Die Frau ist aus dem Mann, um des Mannes willen erschaffen worden, nicht umgekehrt (1. Kor. 11, 8-9; 1. Tim. 2,13; Eph. 5,32). Die Frau soll sich um des Herrn willen dem Ehemann unterordnen (1. Kor. 14,34; Eph. 5,24; Kol. 3,18; 1. Tim. 2,11; 1. Petr. 3,1).“

 

Dem alten Mann will man einreden, diese Lehre der Paulusbriefe könne man heute nicht mehr gelten lassen. Sie sei zeitbedingt gewesen. Heute hätten wir einfach „andere Zeiten“ als damals. Viele Gemeinden und Kirchenführer argumentieren heute so. Keiner widerspricht mehr der Frauenordination. Pfarrerinnen und Bischöfinnen sind eine Selbst-verständlichkeit. Frauen in kirchenleitenden Stellungen sind normal geworden.

 

Der alte Mann hat vor vielen Jahren noch miterlebt, dass eine Glaubensschwester im Bezirk Predigtdienste übernahm. Sie hatte eine Bibelschulausbildung absolviert und war hauptamtlich angestellt. Das rief in einigen Gemeinden Widerstand hervor. Man berief sich auf die Briefe des Apostel Paulus. Die Schwester selbst verzichtete daraufhin auf den Predigtdienst und brachte sich in der Frauen- und Kinderarbeit ein. Ein solcher Vorgang würde heute als „Diskriminierung der Frau“ verurteilt werden.

 

Paulus begründet seine Aussagen nicht mit den kulturellen Bedingungen der damaligen Zeit. Er betont, dass er nicht seine persönliche Ansicht vertritt, sondern er weist darauf hin, „dass die Dinge, die ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind“ (1. Kor. 14,37).

 

Der alte Mann erlebt, dass heute viele, die sich Christen nennen, die Gebote des Herrn missachten. Sie unterstellen dem Apostel Paulus „Frauenfeindlichkeit“. Das ist eindeutig Bibelkritik. Wer sind wir denn, dass wir meinen, das Wort Gottes auflösen zu können?

 

Der alte Mann möchte betonen, dass Mann und Frau als Glieder am Leib Christi gleichwertig sind. Sie dienen aber Gott auf unterschiedliche Weise. Gott hat dem Mann die Leitung, die Lehre und die Wortverkündigung in der Gemeinde anvertraut. Dem hält man entgegen: „Man kann doch heute unmöglich verlangen, dass die Frauen in der Gemeinde schweigen. Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter!“ Aber wenn in einer Gemeinde Gottes Richtlinien nicht beachtet werden, kann sie dann unter dem Segen Gottes stehen?

 

Der alte Mann liest, wie das Gemeindeleben nach Gottes Plan aussieht: „Eine Frau soll in der Stille lernen in aller Unterordnung. Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, auch nicht, dass sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten. Denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber wurde verführt und geriet in Übertretung“ (1. Tim. 2, 11-15).

 

Der Apostel zieht eine Grenze für das Mitwirken der Frauen in der Gemeinde des lebendigen Gottes. „Ich erlaube aber nicht!“ In 1. Kor. 14,34 sagt er: „…es ist ihnen nicht gestattet, zu reden.“ Dahinter steht die Autorität des Herrn der Gemeinde. Gott will nicht, dass Frauen in der Gemeinde lehren. Einer gläubigen Frau ist das Ausüben von Autorität über den Mann in der Gemeinde verwehrt. Gott begründet sein Gebot nicht mit zeitbedingten Besonderheiten, sondern mit seiner Schöpfungsordnung.

 

Der alte Mann weiß, dass Frauen, die sich nicht unterordnen, leichter das Opfer von Verführung werden. Lehre und Verkündigung des Wortes Gottes in der Gemeinde sind nach Gottes Willen ausschließlich Männern vorbehalten. Der Herr Jesus hat in seinen Erdentagen ausschließlich Männer als Apostel erwählt. Er kannte keine Frauenquote.

 

Der alte Mann möchte der Ansicht entgegentreten, als hätten Frauen keinen Spielraum zum Wirken für den Herrn. Das stimmt nicht! Der geistliche Dienst der Frauen ist unentbehrlich für eine gesunde biblische Gemeinde. Der Herr bewertet den Dienst der Frauen nicht geringer als den Dienst der Männer. Die Frau findet innerhalb der von der Schrift gebotenen Grenzen ein weites Feld von Möglichkeiten.

 

„Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter als dem Herrn“ ( Eph. 5,22). Dazu meinte eine Frau: „Ich verstehe nicht, warum Gott ein so gutes Buch wie die Bibel mit einem solchen Vers verpfuscht hat!“

 

Unterordnung betrifft alle. Jesus Christus führte ein Leben der völligen Unterordnung. Wir als seine Nachfolger sollen so gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war. Aber Unterordnung betrifft nicht nur Christen. Die Bibel ermahnt, dass wir uns denen unterordnen, die die Autorität haben. Sie erwähnt Gott, die Gemeindeleitung, die Obrigkeit, die Arbeitgeber. Das ist Gottes Wille. Es klingt einfach. Die Frau beugt sich dem Mann, der Mann Christus und Christus Gott.

 

Der alte Mann sieht, dass Männer und Frauen sich nicht fügen wollen. Daraus entstehen die Probleme. Der Mann weigert sich, Haupt der Familie zu sein. Er weigert sich, Verantwortung zu übernehmen. Er weigert sich, sich Gott unterzuordnen. Die Frau weigert sich, sich dem Mann unterzuordnen. Aber wir kommen nicht um Gottes Wort herum. Die Anweisungen sind klar. Wollen wir Gott im Glauben vertrauen, dass er weiß, was er tut?

 

Der alte Mann weiß, dass die Bibel kein frauenfeindliches Buch ist. Sie erkennt von Anfang bis Ende den Wert und die Bedeutung der Frau an. Dem alten Mann ist aufgefallen, dass die Bibel häufiger von den Sünden der Männer berichtet als von den Sünden der Frauen. Männer und Frauen können in Jesus Christus Erlösung finden. Da ist kein Unterschied. Männer werden nicht bevorzugt, die Gnade gilt allen.

 

Alle Christen, ob Männer oder Frauen, sind verpflichtet, in ihrer Umgebung das Evangelium weiterzusagen. Aber die Bibel sagt ausdrücklich, dass Frauen öffentlich weder lehren noch predigen sollen. Ebenso wenig sollen sie in der Gemeinde Gottes eine leitende Stellung einnehmen. Wer behauptet, dass die Lehren der Schrift zeitbedingt und heute nicht mehr gültig seien, der leugnet die Inspiration der Heiligen Schrift. Der glaubt dem Wort Gottes nicht. Jeder muss selbst entscheiden, ob er Gott gehorchen oder dem Zeitgeist folgen will.

 

Mit freundlicher Genehmigung

 Autor: Rolf Müller