Der alte Mann und die biblische Lehre

  Rolf Müller

 

Biblische Lehre ist heute kaum gefragt. Es gibt keine Unterscheidung in der Gemeinde in Bezug auf lehrmäßige Themen. Dem alten Mann wurde gesagt, statt sich mit Lehre zu befassen, sollte man lieber Gemeindearbeit betreiben. Heißt das, dass es gleichgültig ist, was wir glauben? Im Gegenteil!

 

Die gesunde Lehre ist von entscheidender Bedeutung für die Errettung. Heute scheut man sich, ein Urteil über Lehre abzugeben. Lehre wird abgewertet. „Liebe eint, Lehre trennt!“

 

Der alte Mann macht aufmerksam, dass Lehre genau dazu da ist. Sie soll trennen! Aber sie soll auch vereinen. Jesus Christus will, dass seine Nachfolger eins sind im Blick auf grundlegende Lehren der Bibel. Es ist viel besser, durch Wahrheit als durch Irrlehre vereint zu sein. Heute will sich niemand mehr festlegen. Man hat keine Meinung. Man hält alles für normal. Alles ist in Ordnung. Jeder hält seinen Weg für richtig.

 

Der alte Mann stellt fest, dass heute ein sehr großes Durcheinander in geistlichen Dingen herrscht. Es ist kaum noch klar, worin das Fundament des Glaubens besteht. Jeder hat eigene Vorstellungen und glaubt, was er glauben möchte.

 

Wie bekommen wir Durchblick? Wir müssen uns Klarheit im Wort Gottes holen. Ein Problem: Die Bibel kann auch falsch ausgelegt werden. Wir brauchen Unterscheidungs-vermögen. Wir brauchen biblische Lehre. Menschliche Vorstellungen in die Bibel hineinzulegen, ist nicht hilfreich. Das führt manchmal in die falsche Richtung. Bibel muss durch Bibel ausgelegt werden. Die Bibel ist ein in sich geschlossenes Buch.

 

Für den alten Mann gibt es einige entscheidende Wahr-heiten in der Bibel. Gott ist heilig. Gott ist der Retter. Gott hat seinen Sohn Jesus Christus als Sühnopfer für die Schuld der Menschen ans Kreuz gegeben. Diese klaren Aussagen des Evangeliums werden heute gern verwässert und verdünnt. Aber nur ein biblisches Evangelium ohne Zusätze oder Abstriche kann seine geistliche Kraft entfalten.

 

Der alte Mann weiß: Es ist nicht egal, was wir glauben. Das Wort Gottes muss der Maßstab sein. Das Evangelium wird für die Gemeinde in den Lehrbriefen des Neuen Testaments erklärt. Es ist lebenswichtig, an der Lehre der Apostel festzuhalten. Es ist wichtig, die Wahrheit von Halbwahr-heiten unterscheiden zu können. Die Wahrheit wird uns freimachen. Viel gefährlicher als Lügen sind die Halbwahrheiten. Ihnen glaubt man eher, weil sie nicht so leicht zu durchschauen sind. Wir sind auf den Beistand unseres Heilands Jesus Christus angewiesen. Der alte Mann bittet: „Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit.“

 

Teures Wort aus Gottes Munde,

das mir lauter Segen trägt,

dich allein hab ich zum Grunde

meiner Seligkeit gelegt.

In dir treff ich alles an,

was zu Gott mich führen kann.

 

Was ich lese, lass mich merken;

was du sagest, lass mich tun.

Wird dein Wort den Glauben stärken,

lass es nicht dabei beruhn,

sondern gib, dass auch dabei

ihm das Leben ähnlich sei.

 

Hilf, dass alle meine Wege nur

nach dieser Richtschnur gehn;

was ich hier zum Grunde lege,

müsse wie ein Felsen stehn,

dass mein Geist auch Rat und Tat

in den größten Nöten hat.

 

(Benjamin Schmolck).

 

Mit freundlicher Genehmigung

Autor: Rolf Müller