Der alte Mann und der feste Grund

(2. Tim. 2,19 bis 21)

Rolf Müller

 

Der feste Grund Gottes ist die Gemeinde. Der feste Grund der Gemeinde ist die Wahrheit. Die Gemeinde des lebendigen Gottes ist Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit. Die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Gott hat sein Eigentumszeichen auf die Gemeinde gedrückt.

 

Dem alten Mann ist klar: Der Herr kennt die Seinen. Der Herr kennt jeden Einzelnen, er kennt dich und er kennt mich. Das ist eine wunderbare Verheißung! Wir sind in Christus Jesus, der uns von Gott zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung gemacht ist. Trotz unserer häufigen Untreue wird Gott in seiner Gnade unsere Heiligung vervollkommnen. Er hat das gute Werk in uns angefangen, er wird es auch vollenden.

 

Dem alten Mann ist bekannt, dass es in der sichtbaren Gemeinde Gefäße zur Ehre und Gefäße zur Unehre gibt, Gläubige und Ungläubige. Es „menschelt“ oft gewaltig. Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

 

Der alte Mann sehnt sich manchmal nach einer Gemeinde, die ohne Fehl und Tadel ist. Er sehnt sich nach einer Gemeinde, in der Einheit im Geist, brüderliche Liebe, Dienstbereitschaft und Glaubenszuversicht sowie auch Bibelkenntnis und Furcht Gottes bestimmend sind. Das ist menschliches Denken. Eine in jeder Hinsicht ganz ideale Gemeinde wird es auf Erden nicht geben. Bei näherem Betrachten wird sich herausstellen, dass keine Gemeinde vollkommen ist.

 

Trotzdem bleibt es dabei: Die Gemeinde ist Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit. Der Herr kennt die Seinen. Das Fundament der Gemeinde ist Gottes Wort. Sie prüft die Geister, ob sie von Gott sind. Die Gemeinde gibt keine Handbreit der biblischen Wahrheit preis. Sie ist trotz aller Unzulänglichkeiten eine Einrichtung des Himmels.

 

Der alte Mann weiß aus dem Wort Gottes, wie der Herr Jesus Christus seine Gemeinde sieht. Er hat sich die Gemeinde erwählt und mit seinem Blut erkauft. Sein Ziel ist es, die Gemeinde am Ende zu verherrlichen.

 

Natürlich sieht der Herr auch die Fehler der Gemeinde. Seine Augen sind wie Feuerflammen. Ihm entgeht nichts. Er sieht, wenn die Liebe erkaltet. Er sieht, wenn die biblische Lehre vernachlässigt wird. Er sieht die Unentschlossenheit und die falsche Toleranz. Er sieht die Lauheit.

 

Aber der Herr Jesus sieht auch die Arbeit und die Geduld. Er sieht die Liebe, die ihm seine Gemeinde entgegenbringt. Er sieht das Festhalten am Wort Gottes. Er sieht den Glauben und die kleine Kraft. Er sieht die Treue und Hingabe seiner Gemeinde. Er sieht den Gehorsam und die Dankbarkeit.

 

Die Gemeinde ist ein Grundpfeiler der Wahrheit. Sie ruht auf dem Fundament des Wortes Gottes. Die Pforten der Hölle können ihr nicht schaden. Niemand kann die Gemeinde aus seiner Hand reißen.

 

Ich habe nun den Grund gefunden,

der meinen Anker ewig hält;

wo anders als in Jesu Wunden?

Da lag er vor der Zeit der Welt,

der Grund, der unbeweglich steht,

wenn Erd und Himmel untergeht.

 

Bei diesem Grunde will ich bleiben,

solange mich die Erde trägt;

das will ich denken, tun und treiben,

solange sich ein Glied bewegt;

so sing ich einstens hocherfreut:

O Abgrund der Barmherzigkeit!

 

(Johann Andreas Rothe).

 

Mit freundlicher Genehmigung

Autor: Rolf Müller