Der alte Mann und das Klima

Rolf Müller

 

Ein Morgen im Januar. Der alte Mann öffnet das Fenster. Eisige Kälte schlägt ihm entgegen. Ein Blick aufs Thermometer: 11 Grad minus. Beruhigt setzt er sich an den Frühstückstisch. Die befürchtete Erderwärmung hält sich in Grenzen.

 

In vielen Medien ist der Klimawandel Thema Nummer 1. Prominente Physiker und kluge Meteorologen warnen vor einer globalen Katastrophe. Diese könne nur durch die gemeinsame Anstrengung aller Gutmenschen verhindert oder wenigstens etwas hinausgezögert werden. Der CO2–Ausstoß soll unbedingt stark verringert werden. Die Erderwärmung soll um 2 Grad gesenkt werden.

 

Die Wissenschaftler haben die Verursacher der allgemeinen Umweltbelastung benannt. Es sind die Kohlekraftwerke, die vielen Fahrzeuge mit ihren manipulierten Schadstofffiltern und die Kühe auf der Weide mit ihrem giftigen Atem. Die Lösung: Stilllegung der Kohlekraftwerke, Umstieg auf Elektrofahrzeuge und die Zahl der Kühe muss drastisch reduziert werden.

 

Der alte Mann hat an der Wirksamkeit dieser Maßnahmen berechtigte Zweifel. So gut diese Bemühungen auch sind, sie werden die Erde weder retten noch zerstören können. Das Grundproblem ist nämlich die Verunreinigung auf geistlichem Gebiet, die Gottlosigkeit. „Es geht ohne Gott in die Dunkelheit. Mit ihm gehen wir ins Licht.“ Wir leben in einer Zeit, in der das Wort Gottes weder studiert noch ertragen und selten darauf verwiesen wird. Auch unter den Christen macht sich ein geistlicher Dämmerzustand breit.

 

Gerechtigkeit macht ein Volk groß, doch Sünde ist für jedes Volk eine Schande. (Sprüche 14,34).

 

Gottlose bestehen nicht in Gottes Gericht. (Psalm 1,5).

 

Ist die Welt noch zu retten? Liegt es an den Menschen, wie es weitergeht? Hängt das Schicksal unserer Welt von den Menschen ab? Liegt es am Menschen, ob die Erde eine Zukunft hat?

 

Gott gehört der Himmel und das ganze Universum, die Erde und alles, was darauf ist. (5. Mose 10,14).

 

Der alte Mann weiß, dass die Zukunft der Welt nicht von Mülltrennung und von der Vermeidung von Abfall abhängt. Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Welt liegen in Gottes Hand. Was er sagt, trifft alles ein. Das steht in seinem Wort, der Bibel. Man kann es lesen oder ignorieren. Man kann es glauben oder beiseite schieben. Man kann es beherzigen oder verlachen. Das ändert nichts an der Realität.

 

Solange die Erde besteht, soll nicht aufhören: Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8,22).

 

Es ist Mittag geworden. Ein Blick aufs Thermometer: 5 Grad minus. Es ist wärmer geworden. Aber Erderwärmung und Klimawandel sind das nicht. Das ist das Wetter. Der alte Mann hat in seinem Leben 80-mal Frühling, Sommer, Herbst und Winter erfahren dürfen. Es war oft verschiedenes Wetter, aber es waren immer die gleichen Jahreszeiten.

 

Umweltschutz ist nicht verkehrt, Vertrauen auf Gott ist besser. Der alte Mann trennt seinen Müll. Er befördert ihn in die vorgesehenen Behälter. Er findet das richtig. Er vermischt keine Glasscherben mit Altpapier. Aber er ist nicht so vermessen, zu glauben, dass er damit die Erde retten kann.

 

Diese Erde wird einmal vergehen. Das kann kein Mensch durch noch so gut gemeinte Aktivitäten verhindern. Gott hält die Welt in seiner Hand. Er wird einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen. Dort wird alles gut sein.

 

Dann sah ich einen ganz neuen Himmel und eine völlig neuartige Erde. Der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, auch das Meer gab es nicht mehr. Gott selbst wird als ihr Gott bei den Menschen sein. Jede Träne wird er von ihren Augen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben und auch keine Traurigkeit, keine Klage, keinen Schmerz. Was früher war, ist für immer vorbei. (Offenbarung 21, 1-4).

 

 

 

Gloria sei dir gesungen mit

Menschen- und mit Engelzungen,

mit Harfen und mit Zimbeln schön.

Von zwölf Perlen sind die Tore

an deiner Stadt; wir stehn im Chore

der Engel hoch um deinen Thron.

Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr

hat mehr gehört solche Freude.

Des jauchzen wir und singen dir

das Halleluja für und für.

 

(Philipp Nicolai).

 

 

Mit freundlicher Genehmigung

Autor: Rolf Müller