Der alte Mann und das Herz

 Rolf Müller

 

Das Herz ist ein wichtiges Körperorgan. Wenn das Herz nicht mehr schlägt, tritt der Tod ein. Herzkrankheiten sind eine ernste Sache.

 

In der Bibel hat das Herz aber noch eine andere Bedeutung. „Mehr als alles andere aber behüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus.“ (Spr. 4,23). In der Bibel steht das Herz für Gefühl und Verstand. Wir denken, sehen und lieben mit dem Herzen. Man kann sein Herz verhärten. Hassen, frohlocken, singen, glauben, Buße tun, alles geschieht mit dem Herzen. Worauf ist unser Herz gerichtet? Das Herz bestimmt unser Verhalten. Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an. Ihm ist das Herz wichtig. Er kennt unser Innerstes.

 

Der alte Mann achtet oft nur auf Äußerlichkeiten. Er lässt sich von der Fassade blenden. Gott will die Hingabe des Herzens. Gott kennt unsere Motive. Wenn wir Gott nicht vertrauen, wem dann? Auf irgendetwas vertraut das Herz immer. Wo unser Schatz ist, da ist unser Herz. Gehorsam ist eine Sache des Herzens, Ungehorsam ebenso. Aus dem überfließenden Herzen kommt unser Verhalten, Reden und Tun.

 

Gott bemängelt, dass ihn sein Volk mit den Lippen ehrt, aber ihr Herz ist ferne von ihm. Das Lippenbekenntnis zu ihm sollte auch unser Herzensbedürfnis sein. Wenn unser Herz nicht dabei ist, ist unsere Anbetung vergeblich. Das ist oft der Alltag in unseren Gemeinden. Wir loben Gott, sind aber mit dem Herzen weit von ihm entfernt.

 

Der alte Mann weiß, nur was von Herzen kommt, ist entscheidend. Aus dem ungeheiligten Herzen des Menschen kommen Hass, Neid, Habsucht, Stolz Eigensinn und üble Nachrede. Von innen heraus verunreinigen wir uns. Aus der Fülle des Herzens redet der Mund. Das Dichten und Trachten des Herzens ist böse von Jugend auf. Es wachsen keine Trauben am Dornbusch. Wie der Baum. so die Frucht.

 

Der alte Mann weiß, dass in ihm, in seinem Herzen, nichts Gutes wohnt. Er ist ein verlorener Sünder. Er kann sich nicht aus eigener Kraft befreien. Er kann seine Schuld nicht bezahlen. Der Ausweg ist Jesus Christus. Er hat am Kreuz sein Blut für uns vergossen. Er hat das Lösegeld bezahlt. Wer dieses Erlösungs-werk im Glauben ergreift, ist gerettet. Der alte Mann selbst kann sein Herz nicht veredeln oder verbessern. Das muss Gott tun. Gott nimmt das Herz aus Stein weg und schenkt ein lebendiges Herz. Er macht alles neu. Die an den Herrn Jesus glauben, erleben eine neue Geburt. Sie werden zu einer neuen Schöpfung. Es findet ein Herrschaftswechsel statt. Die Götzen unseres Herzens haben nicht mehr die Kontrolle über uns. Jetzt nimmt das Evangelium die zentrale Stelle ein. Die Bibel zeigt den Kern der Sache. Sie macht unser Herz offenbar.

 

Die Bibel hilft dem alten Mann, sein Herz zu verstehen. Sie zeigt ihm sein großes Bedürfnis an Gnade. Sein Verhalten kommt aus dem Herzen, es wird von innen motiviert. Unser Verhalten hat mit unserem Herzen zu tun. Nicht unser Verhalten, unser Herz muss sich ändern. Es muss neu werden. Das Herz lenkt das Verhalten. Das Verhalten kann nicht isoliert vom Herzen betrachtet werden.

 

Dem alten Mann fällt auf, dass die gegenwärtige Kultur sich sehr auf das Verhalten konzentriert und nicht auf das Herz. Es ist aber die Herzenshaltung, die unser Verhalten bestimmt. Jeder, auch der alte Mann, muss seine Herzenshaltung überprüfen, Buße tun und die Schuld bekennen. Auch im Herzen des alten Mannes gibt es Selbstsucht, Stolz, Neid und Menschenfurcht. Er braucht Gnade, Vergebung und Hilfe.

 

Viele Probleme haben ihre Ursache in unserer Entfernung von Gott. Es sind Herzenspro-bleme. Ist unser Herz erfüllt von Jesus? Wer prägt uns? Setzen wir uns der lebensverändernden Kraft des Wortes Gottes aus? Gott verändert das Herz und damit auch das Verhalten. Das ist mehr als eine nur äußerliche Veränderung. Wir dürfen unser Herz nicht verhärten. Unsere Hoffnung liegt im Vertrauen auf die Gnade Christi. In unserer Schwachheit ist uns die Stärke in Christus gegeben. In uns selber haben wir nichts, in Christus alles.

 

„Das schreib dir in dein Herze,

du hochbetrübtes Heer,

bei denen Gram und Schmerze

sich häuft je mehr und mehr,

seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Tür,

der eure Herzen labet und tröstet, steht all hier.

 

Paul Gerhardt.

 

Mit freundlicher Genehmigung

Autor: Rolf Müller