Der alte Mann und das Gottvertrauen

 Rolf Müller

 

Rettender Glaube heißt, dem lebendigen Gott zu vertrauen. Es gibt keinen anderen Weg. Gott hat sein Wort gegeben. Wir müssen ihm glauben. Erlösung kommt nicht durch das Gesetz, sondern durch den Glauben. Niemand kann ein Kind Gottes werden durch das Erfüllen des Gesetzes. Niemand kann das Gesetz halten. Jesus Christus, der Sohn Gottes, hat als Einziger das Gesetz erfüllt. Er ist gerecht.

 

Durch den Glauben bekommt der alte Mann Anteil an der Gerechtigkeit Christi. Er ist vor Gott schuldig. Auf der Grundlage des vollbrachten Werkes Christi erklärt ihn Gott für gerecht.

 

Das ist die Gerechtigkeit des Glaubens. Unsere Schuld ist bedeckt, sie ist weg. Sie ist null und nichtig. Gott legt unsere Sünde auf Jesus Christus. Die juristische Seite unserer Schuld ist erledigt.

 

Der alte Mann erlebt, dass viele denken, wenn sie guten Willens sind, werden sie gerettet, egal, was sie über Gott glauben. Sie zimmern sich nach ihren eigenen Vorstellungen ein Glaubenshaus zurecht. Das wird wie ein Kartenhaus einstürzen, weil es kein biblisches Fundament hat. Glauben ist kein Sprung ins Ungewisse, sondern Glauben an Gott und seine Verheißungen. Was Gott verheißt, das kann er auch tun. Wer glaubt, stellt sich auf die felsenfeste Verheißung Gottes.

 

Wer ist ein Christ? Jemand, der Gott glaubt! Bevor wir Gott glauben, sind wir tot. Wenn wir Christus als unseren Herrn und Heiland in unser Leben aufnehmen, werden wir lebendig. Gott spricht den Sünder gerecht. Jesus ist gekommen, Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten.

 

Der alte Mann weiß aus der Bibel, dass es keine gerechten Menschen gibt. Aber es gibt Menschen, die sich für gerecht halten. Das ist schlimm. Niemand kann erlöst werden, solange er nicht begriffen hat, dass er ein Sünder ist. Alle sind Sünder, es wissen nur nicht alle.

 

Wenn jemand von Gott verlangt, was ihm zusteht, bekommt er den Tod. Wer von Gott Gerechtigkeit verlangt, ist verloren. Seit dem Sündenfall verdient der Mensch den Tod. Den Zugang zu dem heiligen Gott kann sich niemand erarbeiten. Der Sünder steht unter Gottes Zorn.

 

Rettung ist nur möglich, weil Jesus Christus am Kreuz unsere Schuld getragen und unsere Strafe auf sich genommen hat. „Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben.“ (Joh. 3,26). Das hat Gott verheißen. Entweder glauben wir ihm oder nicht. Ewiges Leben ist in unserem Herrn Jesus Christus möglich.

 

Worauf warten die Menschen eigentlich noch? Warum wollen sie verloren gehen? Warum suchen sie den Sinn des Lebens ohne Gott? Warum suchen sie, was sie doch nicht finden? „Suche Jesus und sein Licht, alles andre hilft dir nicht!“

 

Ich bin durch die Welt gegangen

und die Welt ist schön und groß,

und doch ziehet mein Verlangen

mich weit von der Erde los.

 

Ich habe die Menschen gesehen,

und die suchen spät und früh,

sie schaffen, sie kommen und gehen,

und ihr Leben ist Arbeit und Müh.

 

Sie suchen, was sie nicht finden

in Liebe und Ehre und Glück,

und sie kommen belastet mit Sünden

und unbefriedigt zurück.

 

Es ist eine Ruh vorhanden

für das arme, müde Herz;

sagt es laut in allen Landen:

Hier ist gestillet der Schmerz.

 

Es ist eine Ruh gefunden

für alle, fern und nah,

in des Gotteslammes Wunden,

am Kreuze auf Golgatha.

 

(Eleonore Fürstin von Reuß).

 

 Mit freundlicher Genehmigung

Autor: Rolf Müller