Der alte Mann und das Gottesbild

Rolf Müller.

 

Von welchem Gott reden wir? Es gibt auch bei Christen unterschiedliche Vorstellungen über Gott. Es gibt da viele Missverständnisse. Gott ist nicht der Erfüllungsgehilfe unserer Wünsche. Viele lassen Gott in ihrem Leben zwar die erste Geige spielen, aber dirigieren wollen sie selber. Gott lässt sich jedoch nicht vor unseren Karren spannen.

 

Wenn Gott unser Herz erfasst hat, wollen wir nie mehr fort von ihm. Die Gemeinschaft mit Gott ist unser größtes Glück. „Wenn ich nur dich habe, frage ich nicht nach Himmel und Erde.“ Jesus Christus ist die Mitte unseres Lebens. Wir brauchen einen festen Halt. Wetterfahne oder Chamäleon können nicht unsere Vorbilder sein. Wir werden nicht von jedem Wind der Lehre hin und her geworfen. Wir wechseln nicht dauernd die Farbe. Wir sind gebunden an Jesus Christus und gerade dadurch frei. Wir liefern nicht ab, wir liefern uns an Jesus Christus aus. Weil er uns ansieht, sind wir angesehen.

 

Der alte Mann möchte in Wort und Tat das Evangelium von Jesus Christus bezeugen. Das ist nicht immer leicht. Er möchte informieren und überzeugen. Er möchte keinen Druck ausüben und auch nicht nur unterhalten. Er möchte sich von der Liebe Christi beflügeln lassen. Dabei weiß er, dass das Gelingen in Gottes Hand liegt. Gott schenkt die Frucht.

 

An manchen Tagen ist der Himmel bedeckt, wir sehen die Sonne nicht. Sie ist trotzdem da. Uns selber geht oft die Puste aus. Wenn uns die Liebe Christi ergreift, leben wir aus der Quelle. Dann sind wir durch Jesus Christus an die Liebe Gottes angeschlossen. Sie wird uns zur Triebkraft. Die Liebe öffnet Türen und Herzen, aber sie rennt keine Türen ein. Feuer, Husten und Liebe lassen sich nicht verbergen.

 

Der größte Schatz, den die Gemeinde Jesu hat, ist das Wort Gottes. Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Das Wort Gottes macht uns Zusammenhänge deutlich. Durch das Wort Gottes bekommen wir geübte Sinne. Es erklärt, was richtig und was falsch ist. Der alte Mann verlässt sich nicht auf sein Gefühl, sondern aufs Wort. Er verlässt sich nicht auf die Verlautbarungen von Bischöfen und Synoden. Er macht seinen Glauben am Wort Gottes fest. Er nimmt an, was geschrieben steht.

 

Der alte Mann kennt den Segen, der durchs Nachsinnen über Gottes Wort entsteht. Durch das Studieren des Wortes Gottes entsteht Frucht der Buße. Das Wort Gottes ist der Maßstab des Glaubens. Die Gefühle, das Denken und das Handeln müssen unter das Wort Gottes gestellt werden. Das Wort Gottes ist verlässlich. „Dein Wort macht Leib und Seel gesund!“

 

Die Menschen stellen Gott viele Fragen. Oft will man ihn auf die Anklagebank setzen. Aber auch Gott stellt den Menschen Fragen. Diese Fragen wollen den Menschen ins Heil führen.

 

„Adam, wo bist du?“

„Kain, wo ist dein Bruder Abel?“

„Wo sind die anderen neun Geheilten?“

„Könnt ihr nicht eine Stunde mit mir wachen?“

„Simon Jona, hast du mich lieb?“

„Was willst du, dass ich dir tun soll?“

„Willst du gesund werden?“

 

Es lohnt sich, einmal den Fragen nachzugehen, die Gott an die Menschen stellt. Wer sich diesen Fragen ehrlich stellt, dem kann geholfen werden. Die Wahrheit macht frei.

Wir leben nicht in einer heilen Welt. Wir werden als Sünder geboren. Wir sind alle Adamssöhne und Evastöchter. Es gab einmal eine Zeit ohne Sünde, ohne Krankheit und ohne Schmerzen. Dann sind die Menschen in Sünde gefallen. Seitdem gibt es Leid, Schmerzen und Tod. Der Lohn der Sünde ist der Tod.

 

Der alte Mann weiß, dass wieder eine Zeit ohne Sünde, ohne Krankheit, ohne Leid und ohne Tod kommen wird für alle Menschen, die Jesus erlöst hat. Der alte Mann vertraut Gottes Wort und seinen Verheißungen. Er hat kapiert, dass daran sein Glaube hängt.

Wenn wir unseren Glauben von unseren Gefühlen abhängig machen, dann geht es rauf und runter wie bei einer Achterbahn. Unsere Gefühle sind kein verlässliches Fundament. Der alte Mann hängt sich an Gottes Wort und seine Verheißungen. Er klammert sich wie ein Ertrinkender an seinen Retter.

 

 Mit freundlicher Genehmigung

Autor: Rolf Müller