Der alte Mann und das biblische Evangelium

Rolf Müller

 

Jesus Christus ist der Herr. Er will uns nicht nur helfen, er will unser Herr sein. Die sich von ihm nichts sagen lassen, rettet der Herr nicht. Viele halten Gott für ein Krankenhaus und Jesus Christus für den Chefarzt. Sie wollen als arme Sünder flott gemacht werden, damit sie wieder ihre eigenen Wege gehen können. Das ist Selbstbetrug. Die Bibel sagt ganz klar, dass wir Gott Gehorsam schulden.

 

Dem alten Mann fällt auf, dass viele sich aus der Bibel das Angenehme heraussuchen. Was ihnen nicht gefällt, lassen sie liegen. Die gesunde Lehre ist nicht gefragt. Die Menschen laden sich Lehrer auf, die ein Evangelium nach ihrem Geschmack verkündigen. „Dieser Tisch gefällt mir, aber den Stuhl brauche ich nicht.“ Sie betrachten die Bibel als einen Selbstbedienungsladen und sie suchen sich das Passende heraus.

 

Der alte Mann hat darüber nachgedacht, was falsch am biblischen Evangelium ist. Er kommt zu dem Ergebnis: Absolut nichts ist falsch! Wir müssen uns des Evangeliums nicht schämen. Es ist eine Kraft Gottes, die alle selig macht, die daran glauben.

 

Das führt zu der Frage, ob alles, was gepredigt wird, biblisches Evangelium ist. Ist es die vollständige Botschaft über die Erlösung, die der Herr Jesus Christus am Kreuz vollbracht hat?

 

Ein Glaubensbruder sagte dem alten Mann: „Weil die Inhalte heute nicht mehr stimmen, kommt bei Evangelisationen meist nicht viel heraus.“ Warum stimmen die Inhalte nicht mehr? Warum wird das Wort verändert und dem Zeitgeist angepasst? Kann es sein, dass wir uns des Evangeliums schämen?

 

Dem alten Mann kommt es vor, als ob das Evangelium nicht verkündigt, sondern vermarktet wird. Die Vermarktung verlangt eine gute und einfallsreiche Produktwerbung. Vor allem die Verpackung muss stimmen. Der Inhalt ist zweitrangig.

 

Man ist heute zimperlich, wenn es gilt, über das teure Blut Jesu zu reden. Die Folge ist ein blutleeres Evangelium. Das Kreuz wird entfernt. Aus dem Evangelium der Bibel wird ein modernes, kreuzloses, Ich-zentriertes Evangelium. Statt Selbstverleugnung ist heute die Selbstverwirklichung modern. Das Kreuz des Herrn Jesus Christus ist damals wie heute ein Ärgernis.

 

Dem alten Mann fällt auf, dass zunehmend die Schuld des Sünders und der Schrecken der Hölle aus dem Evangelium entfernt werden. Das will niemand hören. Wir wollen den Leuten doch keine Angst machen! Das bringt doch nichts! Die Menschen sind doch im Grunde ihres Herzens alle gut.

 

Der alte Mann weiß, dass das nicht stimmt. Sie sind Rebellen, die dem lebendigen Gott die Ehre rauben. Der Zorn Gottes ist ihnen gewiss. Aber das wird heute ganz anders gesehen. Man unterstellt Gott, er habe von der heutigen Generation keine Ahnung. Deshalb müsse man ihm etwas auf die Sprünge helfen. Man behauptet, die moderne Generation brauche einen sanften, liebevollen Ton. Man könne doch dem modernen Menschen nicht mit dem Zorn Gottes kommen. Das ist doch lächerlich!

 

Dem alten Mann fällt auf, dass in der Verkündigung das Gesetz Gottes kaum noch vorkommt. Das Gesetz Gottes muss verkündigt werden, nicht als Weg zur Rettung, sondern zur Überführung von Sünde. Durch das Gesetz erkennt der Sünder, wie verloren und verdorben er ist.

 

Das sehen viele heute anders. Wir sind ja inzwischen viel klüger als Gott. Wir wollen doch die Leute nicht vertreiben. Sie sollen sich doch bei uns wohlfühlen.

 

Der alte Mann stellt fest, dass am biblischen Evangelium absolut nichts falsch ist. Wozu wird es dann häufig verändert und „modernisiert“? Warum stellt man den Mensch in den Mittelpunkt? Dieses moderne Evangelium unterscheidet sich vom biblischen. Daran ist vieles falsch.

 

Die Welt geht nicht durch Drogen, Klimawandel oder Terrorismus zugrunde. Das Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis. Die Rettung kommt durch das Evangelium von Jesus Christus. Und zwar durch das ganze biblische Evangelium ohne Abstriche und ohne Zufügungen.

 

Erhalt uns Herr, bei deinem Wort

und steure deiner Feinde Mord,

die Jesus Christus, deinen Sohn,

wollen stürzen von deinem Thron.

(Martin Luther).

 

 

Mit freundlicher Genehmigung

Autor: Rolf Müller