Der alte Mann und das „aber“

 Rolf Müller

 

Gott loben, das ist unser Amt. Warum loben und danken wir Gott so selten? Ist es Zeitmangel? Fehlt es uns an Disziplin? Können wir uns nicht konzentrieren? Es fällt uns oft schwer, den Herrn zu loben. Die Bibel fordert uns an vielen Stellen dazu auf. Wenn wir Gott nicht loben, sind wir ungehorsam. Wir verlieren ein Teil des Segens, den Gott uns schenken will.

 

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Wir vergessen oft, was wir an Gutem erleben. Deshalb danken wir so wenig. Das Negative behalten wir länger im Gedächtnis. Martin Luther sagte: „Ihr Vögel seid viel bessere Theologen als ich, der Doktor Martinus. Ihr jubiliert und dankt dem Schöpfer, ich aber blase Trübsal.“

 

Der alte Mann weiß aus eigener Erfahrung, dass es uns oft gar nicht danach zu Mute ist, zu loben und zu danken. Wir haben ja auch als Christen mit Sorgen und Problemen zu tun, die uns niederdrücken. Manchmal wissen wir gar nicht, wo uns der Kopf steht. Trotzdem ist es nötig und möglich, zu danken. Danken kann unseren Blick vom eigenen Ich abwenden zum Herrn hin. Der Herr hält uns auch in dunklen Stunden fest. Er geht auch im stressreichen Alltag mit uns.

 

Der alte Mann ist beim Bibellesen auf die „Aber-Methode“ gestoßen. Sie kann eine Hilfe beim Loben und Danken sein. Die „Aber-Methode“ zieht sich durch die ganze Bibel. In vielen Psalmen klingt sie auf:

 

„Ach Herr, wie sind meiner Feinde so viel, aber  du Herr, bist der Schild für mich.“

 

„Mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber  der Herr nimmt mich auf.“

 

„Reiche müssen darben und hungern, aber  die den Herrn suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.“

 

„Gott legt uns eine Last auf, aber  er hilft uns auch.“

 

Auch Jesus Christus hat die „Aber-Methode“ empfohlen:

 

„In der Welt habt ihr Angst, aber  seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

 

Der Apostel Paulus schreibt im 2. Korintherbrief:

 

„Wir haben allenthalben Trübsal, aber wir ängsten uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber  wir kommen nicht um.“

 

Der alte Mann hat versucht, die „Aber-Methode“ in sein ganz persönliches Leben hinein zu übersetzen: Die alten Glieder schmerzen, aber  ich muss nicht im Rollstuhl sitzen. Danke, Herr! Die Augen lassen nach, aber  ich bin nicht blind. Danke, Herr! Ich habe nicht alles, was ich mir wünsche, aber  ich habe alles, was ich brauche. Danke, Herr! Ich habe viele Probleme und Sorgen, aber  ich habe einen herrlichen Heiland, dem ich mich anvertrauen kann. Danke, Herr! Ich weiß oft nicht, wie es weitergehen soll, aber  ich kann zu dir kommen und mein Herz vor dir ausschütten. Danke, Herr!

 

Jesus Christus hilft uns, bei allen Sorgen, die wir haben, das Danken nicht zu vergessen. „Was uns auch immer begegnet, mitten im Abgrund der Welt, es ist die Hand, die uns segnet, es ist der Arm, der uns hält.“ Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen. Wer ihm in allen Dingen vertraut, erfährt seine heilende, tröstende und vergebende Liebe.

 

In dir ist Freude in allem Leide,

o du süßer Jesus Christ!

Durch dich wir haben himmlische Gaben,

du der wahre Heiland bist;

hilfest von Schanden, rettest von Banden.

Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet,

wird ewig bleiben. Halleluja.

Zu deiner Güte steht unser Gemüte,

an dir wir kleben im Tod und Leben;

nichts kann uns scheiden. Halleluja.

  

Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden

Teufel, Welt, Sünd oder Tod;

du hast’s in Händen, kannst alles wenden,

wie nur heißen mag die Not.

Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren

mit hellem Schalle, freuen uns alle

zu dieser Stunde. Halleluja.

Wir jubilieren und triumphieren,

lieben und loben dein Macht dort droben

mit Herz und Munde. Halleluja.

 

(Cyriakus Schneegaß ).

 

Mit freundlicher Genehmigung

Autor: Rolf Müller