Der alte Mann in der Endzeit

Rolf Müller

 

Der Begriff Endzeit ist ein Reizwort. Er gibt Anlass für Spekulationen. Man stellt Vermutungen und Berechnungen an. Oft sind es nur Hirngespinste.

 

In den Evangelien haben wir die Endzeitreden Jesu. Die Jünger fragen den Herrn nach dem Zeitpunkt des Endes. „Wann ist das? Wie lange haben wir noch Zeit?“ Der Herr Jesus gibt ihnen keine Daten, er zählt Fakten auf.

 

Endzeit ist eine Periode, die auf den Höhepunkt, das Ende zuläuft. Für den alten Mann hat die Endzeit schon begonnen. Seine Lebenszeit läuft ab. „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

 

Es ist gut, das Ende seiner Tage zu bedenken. Unser Leben hat ein Ziel. Was bleibt? Der alte Mann weiß, wer Jesus hat, hat das Leben. Die Zeit des Endes ist für ihn eine Zeit guter Hoffnung. Es wird Tag! Erhebt eure Häupter! Die Erlösung naht! Das Reich Gottes geht auf, nicht unter! Jesus Christus ist das A und O, der Anfang und das Ende. Jesus hat das letzte Wort, deshalb dürfen Christen fröhlich sein. Endzeit ist für Christen Hoffnung ewigen Lebens. Sie gibt dem Alltag Glanz. Man lebt im Licht des kommenden Tages seiner Wiederkunft.

 

Der alte Mann stellt sich fest unter Gottes Wort. Er muss nicht spekulieren. Gott weiß, was kommt. Himmel und Erde werden vergehen, das Wort Gottes bleibt. Gottes Wort hat Lebenskraft.

 

Heute wird das Wort Gottes von vielen Seiten in Frage gestellt. Das ändert nichts an der Tatsache, dass Gottes Wort ewig ist. Wer das Wort Gotts verwirft, verwirft seine Ewigkeit. Der alte Mann liest die Bibel und vertraut der Bibel. Das ist das Vernünftigste, was ein Mensch tun kann. Gottes Wort ist der Maßstab, an dem wir unser Leben prüfen müssen. Es gibt uns Orientierung für unser Leben. Gottes Wort ist die Richtschnur.

 

Kinder Gottes halten sich am Wort Gottes fest. Das Elend unserer Zeit hat seine Ursache darin, dass man aufgehört hat, auf das zu hören, was Gott in seinem Wort sagt.

 

Der alte Mann ist traurig, wenn er sieht, was heute in vielen christlichen Gemeinden Priorität hat. Oft sind Strukturen und Traditionen wichtiger als Gottes Wort. Oft wird Neues gewagt und das Erbe der Väter verachtet. Oft stehen Spaß und Unterhaltung im Vordergrund, weil man vermeiden will, mit tiefgründigen Bibelarbeiten die Besucher zu vergraulen. Gottesfurcht und Gericht sind kein Thema mehr. Während zur Reformationszeit Martin Luther die Frage umtrieb: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“, geht es heute meist um die Frage: „Wie kann ich mich am besten wohlfühlen und Spaß haben?“

 

Die EKD hat als Botschafterin für das Reformations-Jubiläum eine Frau berufen, die wesentliche Glaubensinhalte leugnet und sich auch sonst schon oft antireformatorisch geäußert hat. Trotzdem hält die EKD diese Frau für geeignet. Das ist so absurd, als würde man einen Veganer als Präsident in die Fleischerinnung berufen.

 

Das und noch vieles andere sind Zeichen der letzten Zeit. Es ist wieder wie in den Tagen Noahs. Scheinbar ist alles wie immer. Die Menschen halten ihre Gottlosigkeit für normal. Sie halten sich selbst für den Maßstab aller Dinge. Sie haben scheinbar alles im Griff. Sie wollen Frieden schaffen, Armut beseitigen, das Klima verändern und die Umwelt retten. Sie spielen Gott. Aber der im Himmel sitzt, lacht ihrer. Er wird ihnen zu geeigneter Zeit einen Strich durch die Rechnung machen.

 

Nicht die Menschen, sondern Gott sitzt im Regiment. Wer Gottes Wort in den Wind schlägt, muss die Konsequenzen tragen. Am Wort Gottes scheiden sich die Geister.

 

Der alte Mann ist gesegnet, wenn er am Wort Gottes festhält. Gottes Wort ist die Wahrheit. Alles andere ist vergänglich und zweitrangig. Worauf vertrauen wir? Worauf verlassen wir uns? Überall dabei zu sein ist nicht wichtig. Wichtig ist es, bei Jesus zu sein. Jesus kommt wieder in Herrlichkeit. Als Christen dürfen wir in großer Erwartung dem Tag Gottes entgegen gehen.

 

So weiß ich, was ich glaube,

ich weiß, was fest besteht

und in dem Erdenstaube

nicht mit als Staub verweht.

 

Ich weiß, was in dem Grauen

des Todes ewig bleibt

und selbst auf Erdenauen

schon Himmelsblumen treibt.

 

Ernst Moritz Arndt.

 

Mit freundlicher Genehmigung

Autor: Rolf Müller